14.05.26: Spuren von Repression und Zwangsarbeit bei Genthin entdeckt

Nahe Genthin finden sich an nur einem Ort Zeugnisse von Zwangsarbeit und Internierungslagern, die zur Produktion von Munition während des Zweiten Weltkriegs gehören. Um die Silva-Metallwerke herum entstand hier ab 1940 eine ganze Lagerlandschaft. Im Sommer 1943 wurde ein Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück errichtet. Die Lagerlandschaft um die Fabrik wuchs zwischen 1940 und der Befreiung im Mai 1945 stetig an und wurde in ihrer inneren Struktur mehrfach verändert.  1945 waren mehrere tausend Zwangsarbeiter, darunter vor allem Frauen, unter schlimmsten Bedingungen interniert. In der Fabrik mussten die Menschen schwere und gefährliche Arbeiten in der Munitionsproduktion verrichten. Im März 2026 führte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt eine gezielte Forschungsgrabung durch. Für die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs ist die Archäologie wichtig, da heute nur noch wenige Zeitzeugen vom Erlebten berichten können.
An 4 Barackenstandorten erfolgten kleinräumige, nur gering in den Boden eingreifende Untersuchungen. Damit ließ sich die bauliche Konstruktion der Baracken innerhalb des gesamten Lagerbereichs nachvollziehen. Das geborgene Fundmaterial, darunter Alltagsobjekte wie Geschirr und Flaschen, aber auch persönliche Habseligkeiten, gibt zahlreiche Hinweise auf die dort lebenden und inhaftierten Menschen und deren Lebensumstände. Am Standort einer Baracke zeigten die Fundobjekte, dass dort eventuell eher die Bewacherinnen und nicht Gefangene untergebracht waren.
Seit vielen Jahren erforschen MitarbeiterInnen des Museums Jerichower Land in Genthin und Ehrenamtliche des Fördervereins Genthiner Stadtgeschichte e.V. den Ort und pflegen damit eine lokale Gedenk- und Erinnerungskultur. Die Ergebnisse des aktuellen Projektes und der Grabungskampagne sollen perspektivisch vor Ort präsentiert werden.

14.05.26: Spuren von Repression und Zwangsarbeit bei Genthin entdeckt

14.05.26: Spuren von Repression und Zwangsarbeit bei Genthin entdeckt

Nahe Genthin finden sich an nur einem Ort Zeugnisse von Zwangsarbeit und Internierungslagern, die zur Produktion von Munition während des Zweiten Weltkriegs gehören. Um die Silva-Metallwerke herum entstand hier ab 1940 eine ganze Lagerlandschaft. Im Sommer 1943 wurde ein Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück errichtet. Die Lagerlandschaft um die Fabrik wuchs zwischen 1940 und der Befreiung im Mai 1945 stetig an und wurde in ihrer inneren Struktur mehrfach verändert.  1945 waren mehrere tausend Zwangsarbeiter, darunter vor allem Frauen, unter schlimmsten Bedingungen interniert. In der Fabrik mussten die Menschen schwere und gefährliche Arbeiten in der Munitionsproduktion verrichten. Im März 2026 führte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt eine gezielte Forschungsgrabung durch. Für die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs ist die Archäologie wichtig, da heute nur noch wenige Zeitzeugen vom Erlebten berichten können.
An 4 Barackenstandorten erfolgten kleinräumige, nur gering in den Boden eingreifende Untersuchungen. Damit ließ sich die bauliche Konstruktion der Baracken innerhalb des gesamten Lagerbereichs nachvollziehen. Das geborgene Fundmaterial, darunter Alltagsobjekte wie Geschirr und Flaschen, aber auch persönliche Habseligkeiten, gibt zahlreiche Hinweise auf die dort lebenden und inhaftierten Menschen und deren Lebensumstände. Am Standort einer Baracke zeigten die Fundobjekte, dass dort eventuell eher die Bewacherinnen und nicht Gefangene untergebracht waren.
Seit vielen Jahren erforschen MitarbeiterInnen des Museums Jerichower Land in Genthin und Ehrenamtliche des Fördervereins Genthiner Stadtgeschichte e.V. den Ort und pflegen damit eine lokale Gedenk- und Erinnerungskultur. Die Ergebnisse des aktuellen Projektes und der Grabungskampagne sollen perspektivisch vor Ort präsentiert werden.