CD Rezension Ido Spak - The Jazz Traveler, Apocalypse next tuesday
Apokalypse am nächsten Dienstag
Anfang Juli erschien das neue Album des Komponisten und Pianisten Ido Spak. Der 1979 in Israel geborene Musiker lebt heute in Lüneburg.
Ok, als erstes Musik. Doch dann gleich im ersten Stück eine Überraschung. Ido Spak – The Jazz Traveler geht die Sache diesmal deutlich rockig an. Und das hat seinen Grund. Diese Album ist all jenen gewidmet, die unter den Folgen des Krieges leiden, allen zerstörten Leben, den zerschlagenen Familien, den zerstörten Häusern und den traumatisierten Generationen, steht auf dem Label. Jeder normale Mensch will keinen Krieg, kein Leid. Um diese Botschaft rüber zu bringen, scheinen Elemente des Heavy Metal geradezu geeignet zu sein. Im Stück Non-Contagious Rhapsody zitiert sich der Künstler selbst, nämlich aus seinem Stück Contagious Rhapsody seines Albums Epidemic Adventures. Das Stück beginnt deutlich mit einem Zitat von Metallicas ‚For whom the Bell tolls‘, was den Metal-Charakter des Werkes insgesamt unterstreicht. Ido Spak versteht es jedoch meisterhaft dieses Zitat in seine eigene klangreiche Sprache zu übertragen.
Der Titel des Albums allerdings klingt ein wenig so, als würde alles halb so schlimm sein. Aber bestimmt ist der Künstler tief erschüttert über all die Kriege in der Welt.
Hier liegt ein ermutigendes und soundmächtiges Werk vor, welches in keiner CD-Sammlung fehlen sollte. So darf man auch die Frage in der Ankündigung verstehen: Hab ihr Lust auf Progressive Jazz oder Jazz Metal ohne Gitarren? Naja ganz ohne geht es dann doch nicht. Zwei Gitarren tragen das Stück Sookie is Bored. Ido Spak bleibt sich indes treu, wenn er durch die Welt reist und den Sound ethnischer Minderheiten, etwa der Drusen in Syrien einfängt.
weitere Infos unter : idospak.com
13.07.26 bernd schallenberg


