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Erinnerungen einer Widerstandskämpferin und Holocaust-Überlebenden“
Anfang März erschien im btb Verlag ein aufrüttelndes Buch, gegen das Vergessen. Unter dem Titel „Mein Name ist Selma. Erinnerungen einer Widerstandskämpferin und Holocaust-Überlebenden“ führt das Buch in die NS-Zeit. Sie war siebzehn, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, geboren in den Niederlanden. Mit dem 10. Mai 1940 ändert sich für Selma das Leben schlagartig: Die Niederlande, Belgien und Luxemburg waren nun mitten im Krieg. Die Deutschen hatten diese Länder überfallen. Selma war aber auch Jüdin, bis dahin hatte es keine große Rolle für sie gespielt. Sie musste lernen und erleben, dass ihr Leben nun in Gefahr war. 1942 schloss sich die Autorin dem niederländischen Widerstand an. Es gab für sie nur eine Chance: Untertauchen mit einem anderen Namen, einer anderen Identität: Margareta.

Die Familie auseinandergerissen – die zwei Brüder im Krieg. Der Vater in den Niederlanden ins Lager gebracht. Später versteckten sich die Mutter und die jüngere Schwester. Selma kann als Margareta mehrmals den Nazis entkommen. Sehr offen, mit vielen Details erzählt Selma van de Perre als über 90-jährige von dieser Zeit. In jeder Zeile spürt der Leser ihren Mut, ihre Hoffnung. Aber auch ihre Trauer. Schließlich wurde sie im Juli 1944 verraten und nach Ravensbrück transportiert. Monate voller Angst, Hunger und Krankheiten folgen. Selma van de Perre schreibt: „Wenn man mit anhören muss, wie Massenmord ausgeführt wird, ist das grauenhaft für Worte. […] Wir weinten, aber danach zwangen wir uns, unsere Emotionen zu unterdrücken und das weiterzuführen, woraus unser tägliches Dasein bestand. Man musste hart sein, um zu überleben.“ Keiner kannte ihren Namen. Nach dem Krieg kann sie endlich wieder sagen: „Ich bin Selma!“ und so findet die Autorin ihren Bruder David in London wieder. Nach einer Zeit der Suche kann Selma dort ein neues Leben beginnen. In London arbeitete sie für die BBC und lernte ihren zukünftigen Mann kennen, den belgischen Journalisten Hugo van de Perre. Einige Jahre lang arbeitete sie auch als Auslandskorrespondentin für einen niederländischen Fernsehsender. 1995, 50 Jahre nach der Befreiung, ist die Autorin das erstmal nach Ravensbrück zurückgekehrt. Zunächst konnte sie nicht über das Erlebte und vor allem die Verluste in der Familie sprechen. Jetzt war es Zeit. Seitdem war sie immer bei der jährlichen Gedenkveranstaltung in Ravensbrück. „Die Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges und die mutigen Taten der Menschen, die ihnen stolz entgegengetreten sind, dürfen nie in Vergessenheit geraten.“ gibt die Autorin ihren Lesern auf dem Weg, Und „Dieses Buch soll Zeugnis unseres Kampfes gegen die Unmenschlichkeit sein.“

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