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Im September 2020 erschien im Insel Verlag die Autobiographie des renommierten Theater- und Fernsehschauspielers Rolf Nagel. Im JUMBO Verlag ist der berührende Zeitzeugenbericht als Hörbuch erschienen, gelesen vom Autor selbst.
Angefangen im 19. Jahrhundert – 1892 – weiter ins 20. Jahrhundert – 1929 – 1945 – 1990 bis ins 21. Jahrhundert 2019 – geht die Familiengeschichte des Autors Rolf Nagel. Ist es vielleicht eine typisch deutsche? Immer wieder Brüche in der Biografie, unausgesprochenes zwischen der Generation der Eltern und den Kindern der NS-Zeit. Zum Ende der Weimarer Republik mitten in der Wirtschaftskrise 1929 geboren, wächst Rolf Nagel in einer Hamburger Familie auf. Sein Leben lang setzt er sich mit persönlicher und familiärer Schuld auseinander. Sucht Antworten, reflektiert sein Leben, versucht zu verstehen. Verzeihen kann er nicht.


Die Eltern fanden sich Anfang der 1920er Jahre – der Vater mit seinen Erlebnissen aus dem 1. Weltkrieg
Lesen S. 32/33 und 37/38
Und die Mutter für den Autor wohl der wichtigste Mensch in seinem Leben… lesen S. 90/91
Als die Nazis die Macht ergreifen, ist Rolf drei Jahre alt, wächst fortan in einer Zeit der Widersprüche auf. Der Vater von Anfang an Mitglied der NSDAP. Die Mutter lehnt Antisemitismus ab – lebt dennoch still und unterdrückt ihre Tränen.
Die Wohnung der Familie liegt nahe einer Außenstelle des KZ Neuengamme. So erlebt Rolf Nagel direkt vor seiner Tür, wie Häftlinge ermordet werden. Bilder, die ihn sein Leben lang begleiten, wie andere Albträume. Zum Ende des Krieges verführt von Heinrich Himmler als Kanonenfutter. Auch das erzählt der Autor offen, sucht immer wieder nach dem „Warum?“. Nach dem Krieg wird Rolf Nagel Schauspieler am Hamburger Thalia Theater.
Ganze zehn Jahre schrieb der Autor an seinem Buch. Den kritischen Bericht über sein Leben schließt der 90-jährige Rolf Nagel selbstbewusst mit den Worten: „Wir waren doch alle irgendwie an diesem Krieg beteiligt. „Die Aufarbeitung dessen, was geschehen war, war ja nicht durch den Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg erledigt.“ Und so vereint das Buch unausgesprochenes zwischen der Generation der Eltern und den Kindern der NS-Zeit.

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