Rezension: Volker Hage, Des Lebens fünfter Akt

Eine Biografie der anderen Art erhielt ich dieser Tage als Geschenk: „Des Lebens fünfter Akt“, erschienen im Oktober 2018 bei  Randomhouse.
Volker Hage, 1949 in Hamburg geboren, der zu den renommiertesten deutschen Literaturkritikern zählt, widmet sich den letzten Lebensjahren des Schriftstellers Arthur Schnitzler. Der Österreicher war zunächst wie sein Vater Arzt. 1862 geboren, ging er ab Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Weg als  Erzähler und Dramatiker. Im Sommer des Jahres 1928 hat der 66-jährige alles erreicht. Von einem Tag auf den anderen beginnt „Des Lebens fünfter Akt“. Seine erst 18 Jahre alte Tochter Lili begeht in Venedig Selbstmord, und mit ihr verliert Schnitzler jenen Menschen, der ihm auf eigentümliche Weise am nächsten stand.
 
Der Autor Volker Hage führt den Leser in die Welt von Arthur Schnitzler ein, lässt teilhaben an seinen Gedanken.
Ein erfolgreicher Autor, der mit Künstlern wie Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Gerhart Hauptmann oder Stefan Zweig,  verkehrt. Aber nach dem Tod seiner Tochter ist Schnitzler auf der Schattenseite des Lebens. Für sein sehr persönliches Portrait konnte Volker Hage die Arthur Schnitzler Tagebücher, die der S. Fischer-Verlag erstmals 1981 herausgab, nutzen. Von seinem 17. Lebensjahr bis zwei Tage vor seinem Tod führte Arthur Schnitzler fast täglich Tagebuch. So ist der Roman von Volker Hage ein kritischer Spiegel der Zeit und bettet das Geschehene in den Alltag des Schriftstellers gut ein. Andererseits skizziert er das kurze Leben der Tochter Lili, dass der Vater immer wieder Revue passieren lässt.



Nach dem Tod von Arthur Schnitzler 1931 gerät er schnell in Vergessenheit. Ab 1933 auf der schwarzen Liste der Nationalsozialisten.  Erst zu Beginn der 1960er Jahre erfolgte eine Schnitzler-„Renaissance“. Heute gilt der Schriftsteller Arthur Schnitzler als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne.