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EINE MUSIKALISCHE LIEBESERKLÄRUNG AN DAS MITTELMEER

Eine Prise Modern Jazz, etwas Balkansprit, noch ein wenig Fusioneinflüsse und arabische Volksmusik. Dazu die Nähe zum Mittelmeer. Obendrauf die Spielfreude und die Neugier der Band auf Unentdecktes. Das scheint das Rezept des Omer Klein Trios. Der Titel ‚Radio Mediteran‘.
Neun frische und mitreißende Songs sind zu hören. Sie schlagen stilistisch einen weiten Bogen.
Dass diese abenteuerfreudige Mischung so gut funktioniert, liegt nicht nur an Kleins Klavierkünsten, sondern auch an der thematischen Klammer. Alle drei Musiker sind in der Nähe zum Mittelmeer aufgewachsen.

„Haggai, Amir und ich hören nach einem Konzert oft noch gemeinsam im Hotel Musik. Während der Tour zu ‚Sleepwalkers’ fiel mir auf, dass ein Großteil der Stücke, die wir uns vorspielten, aus Nordafrika, dem Balkan oder der arabischen Welt stammten.“ Diese Erkenntnis legte den Grundstein für „Radio Mediteran“. Omer Klein entwickelte eine Faszination für das Mittelmeer, studierte seine Geschichte, besann sich eigener Erinnerungen, ging den kulturellen Verbindungen und Vermischungen nach und hörte dabei immer wieder die Musik dieser Region. „Nach und nach erschien mir das Meer wie ein geheimer Kontinent, ein Kulturkreis, der viel mehr Gemeinsamkeiten hat, als sich viele Länder bewusst machen.“ Ein folkloristisches Album ist es dennoch nicht geworden, denn so Omer Klein: „Ich wollte diese Musik nicht kopieren. Wir haben eher versucht, sie aufzusaugen und in einen neuen, persönlichen Kontext zu bringen, um am Ende vielleicht gar ein neues Genre zu schaffen.“

Auch wenn die Musik – trotz eines Songs namens „Protest“ – keine mit dem Zeigefinger fuchtelnde, politische Ebene hat, schwingt diese natürlich mit. Aber: „Mir geht es darum, den Leuten bewusst zu machen, dass uns mehr verbindet als trennt. Das ist meine politische Botschaft. Unsere Geschichte zeigt, dass sich verschiedene Kulturen im Mittelmeerraum gegenseitig positiv beeinflusst und befruchtet haben.“ „Radio Mediteran“ hinterlässt den Hörer oder die Hörerin inspiriert und auf konstruktive Weise optimistisch – und lädt jeden ein, der Neugier auf neue Klänge verspürt, mit einer breiten Umarmung, in die Fans eines jeden Genres passen: „Ich beobachte, dass diese Berührungsangst immer mehr nachlässt“, sagt Omer Klein zum Abschluss. „Der Jazz, den Musikerinnen und Musiker aus meiner Generation spielen, scheint zunehmend Grenzen zu öffnen. Bei unseren Shows tauchen immer mehr junge Leute auf. Vielleicht sind wir ja tatsächlich in einer neuen Ära.“

Die Band kommt zu einem Konzert nach Deutschland und zwar am 22. November. Wer es nicht zum Konzert schafft, sollte sich das Album unbedingt ins CD-Regal stellen. Ein wirklich schönes Werk, auch nach vielem Hören.

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