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Es gibt viele israelische Songs, die auf russischen Songs basieren. Osteuropäische Melodien, versehen mit hebräischen Texten. Das wurde zu einem Folk-Idiom in Israel. Dann gibt es Komponisten, die den mediterranen Sound und die arabischen Rhythmen der Darabouka mit westlichen Harmonien verbanden. Das brachte einen speziellen Sound hervor. Dieser Sound bin ich.

So Avishai Cohen

Frischer und sehr cooler Fusion-Jazz aus Isreal

Cohen, in Israel geboren, gehört zu den 100 wohl einflussreichsten Bassisten des 20. Jahrhunderts. Sein neues Album Arvoles kommt sehr frisch rüber. Ein wenig, aber wirklich nur ein wenig fühlt man sich an Miles Davis‘ Tutu erinnert. Etwa am Anfang von Gesture 1.

Klassische Musik und afrokaribische Rhythmen, Bebop und Hardbop, Swing und HipHop – auf „Arvoles“ finden sich reichlich Spurenelemente. Aber mit jedem neuen Album scheint vor allem Cohens Persönlichkeit stärker durch. „Der Jazz-Visionär globalen Ausmaßes“, um das Down Beat-Magazin zu zitieren, fühlt sich in seiner eigenen Haut heute wohler denn je. „Ich schätze, dass ich gelernt habe, schneller auf den Punkt zu kommen, in der Musik, aber auch im Leben“, reflektiert Cohen.

Im Jahr 1992 zog er nach New York, wo er sich anfangs u.a. als Möbelpacker und Bauarbeiter durchschlagen musste und sein Bassspiel meist nur in Parks oder U-Bahnen zu hören war. Er besuchte dort auch die New School for Jazz and Contemporary Music. Nach gemeinsamen Auftritten mit Größen wie Paquito D’Rivera, Joshua Redman, Wynton Marsalis oder Roy Hargrove engagierte ihn der Latinjazzpianist Danilo Pérez für seine Band, und 1996 holte ihn dann der Weltklassepianist Chick Corea in sein neu formiertes akustisches Sextett Origin.

 

Cohen geht immer neue Wege. Deswegen nimmt sich „Arvoles“ („Bäume“ in der romanischen Sprache der sephardischen Juden) gänzlich anders aus in Klang und Anmutung. „Diesmal wollte ich mein Augenmerk auf etwas Neues lenken. Ich betrachte ‚Arvoles‘ als neue Musik, die meine Welt der letzten paar Jahre spiegelt. Sie reflektiert, wenn man so will, ein anderes Merkmal meiner Persönlichkeit“, sagt Avishai Cohen.

„Arvoles“ enthält acht neue Instrumental-Kompositionen, die in den letzten Jahren entstanden, und einen überlieferten Song. Den Plan, sämtliche neun Stücke für das neue Album zusammenzustellen, hatte Cohen zunächst nicht. Die Kompositionen reiften unabhängig voneinander, zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dennoch spielen sie einander zu und wirken wie aus einem Guss. „Arvoles“ wurde mit dem Schlagzeuger Noam David aus Israel und dem Pianisten Elchin Shirinov aus Aserbaidschan aufgenommen. Beide sind hervorragende Musiker und eigenständige Komponisten. Sie begleiten Cohen auch während seiner kommenden, weltumspannenden Tour, die weit bis ins Jahr 2020 hineinreichen wird.

„Der Grundgedanke hinter den Aufnahmen zum neuen Album war, mehr durch weniger zu erzählen“, erklärt Cohen. „Es braucht freilich reichlich Erfahrung, um dieses Ziel erreichen zu können.“ Die Musik ist klar gekennzeichnet von ihrer einzigartigen, definierenden DNA – ein Merkmal, das Cohen erst entdeckte, als die Aufnahmen bereits vollendet waren. „Es ist unmöglich, vor mir selber zu fliehen, selbst, wenn ich es wollte“, sagt Cohen über seine kompositorische Handschrift, die wie ein roter Faden durch „Arvoles“ führt.

 

„Die meisten der neuen Kompositionen beschäftigen sich mit Rückblicken, wie es scheint. Sie umfassen sogar Horns, denen ich in meiner Musik eine ganze Weile lang keinen Platz mehr eingeräumt hatte“, sagt Cohen. Posaunist Björn Samuelsson und Flötist Anders Hagberg dimensionieren „Arvoles“ zusätzlich. „Man kann sagen, dass ich mich meinen Wurzeln wieder zuwende“, konstatiert Cohen. „Aber das geschieht mit der Reife und der Vision, die ich in den letzten Dekaden gewinnen konnte. Nostalgie ist in ihrer besten Form das stärkste, romantischste, aufrichtigste und bittersüßeste Gefühl. Und ich finde, dass sie überall in der neuen Platte zu spüren ist, von ‚Childhood‘ über ‚New York ’90’s‘ bis zu ‚Nostalgia‘.

„Ich darf auf eine überaus glückliche Kindheit zurückblicken und bin deswegen sehr stolz darauf, dass ein Gemälde meiner Mutter Ora Cohen das Cover meines neuen Albums ziert“, berichtet Cohen stolz. „Sie ist eine eigenständige Malerin und mit ihrer Malerei auf der Hülle meiner Platte schließt sich für mich ein Kreis. Es füllt mich mit großem Stolz, ihre Arbeit auf diese Weise mit meiner zu verbinden.“

 

Im Herbst is Cohen auf Tour. Er macht Station in Braunschweig, Berlin, Hamburg und in Halle /Saale.

www.avishaicohen.com

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