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Kommentar


Die gute Nachricht zuerst. Magdeburg ist in der Endrunde der Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt. Das erfreut mich als Magdeburger sehr.
Um den Titel tatsächlich zu erlangen, gab die Jury nun dem Bewerberbüro einige Hausaufgaben mit.
Die Stadt wurde als solide jedoch nicht aufgeregte graue Stadt wahrgenommen, als eine Stadt der Leere dargestellt.
 Da entsteht der Eindruck, man hat sich die Stadt nicht wirklich angesehen. Grau ist die Stadt nicht mehr. Und leer auch nicht. Trotzdem gibt es gute Ansätze.
Dennoch sind es eben nur Ansätze, wie die Jury es treffend bemerkt. Man hat die Probleme erkannt: Ein schwaches kulturelles Profil, eine kleine und schwierige unabhängige Szene, die Abwanderung von Talenten, Kultureinrichtungen im Wandel etc.. Jetzt besteht die Aufgabe darin, daraus ein ansprechendes Programm zu entwickeln, welches eine breite Basis für ein reiches kulturelles Leben schafft.
Ein Baustein wäre etwa miteinander Reden. Aus den Reihen des Bewerberbüros sieht man übrigens bisher keine Notwendigkeit z.B. mit kulturmd zu reden. Wäre ja auch zu einfach, die Bewerbung zur Kulturhauptstadt mit dem Kulturfernsehen der Stadt in Verbindung zubringen.
Eine zündende Idee, wie pulsierendes und internationales Stadtleben entstehen soll, sah die Jury nicht. Die Frage ist, wie Otto Normal-Magdeburger zur Kulturhauptstadt steht und ob man ihn mitreißt. Auch dazu gibt es Redebedarf. Ebenfalls dazu will die Jury etwas hören.

Die europäische Dimension ist nach Ansicht des Gremiums nicht ausreichend geschildert. Es wird sogar bedauert, dass man hier nicht auf das Magdeburger Recht oder den Sachsenspiegel eingegangen ist. Schade, denn inzwischen wissen viele, wie bedeutend es für die Stadtentwicklung war. Nämlich: Es bietet eine Grundlage und einen Bezugspunkt, um relevante EU-Themen, wie die Gestaltung der modernen Stadt, die Nutzung des Stadtraums, die Raumplanung oder die Staatsbürgerschaft und die Rolle der Menschen bei der Stadtgestaltung zu erörtern.

Statt dessen ist es wie immer: Der Magdeburger stellt sich in den Schatten seines Domes und jammert dessen Mauern voll, wie schlecht alles hier sei. Zugegeben, andere Medien in der Stadt sind geradezu auf das Schlechtmachen spezialisiert und fördern das.

Um aus der Leere zu kommen und in Deutschland und Europa wahrgenommen zu werden, braucht Magdeburg einen mutigeren Ansatz und innovative Ideen für seine Prozesse und Projekte in der Kulturhauptstadt Europas, so das Gremium. Wir wollen das Thema jedenfalls weiter unterstützen, weil es uns ein Herzensanliegen ist.
Übrigens bekamen wir bereits 2007 einen Preis für das innovative Konzept von kulturmd. Wir wurden Landessieger beim bundesweiten Wettbewerb Mutmacher der Nation. Das wäre ja tatsächlich ein Grund mit uns zu reden.

www.kulturstiftung.de/juryreport-kulturhauptstadt-europas-2025/

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