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Es gibt viele israelische Songs, die auf russischen Songs basieren. Osteuropäische Melodien, versehen mit hebräischen Texten. Das wurde zu einem Folk-Idiom in Israel. Dann gibt es Komponisten, die den mediterranen Sound und die arabischen Rhythmen der Darabouka mit westlichen Harmonien verbanden. Das brachte einen speziellen Sound hervor. Dieser Sound bin ich.

So Avishai Cohen

Frischer und sehr cooler Fusion-Jazz aus Isreal

Cohen, in Israel geboren, gehört zu den 100 wohl einflussreichsten Bassisten des 20. Jahrhunderts. Sein neues Album Arvoles kommt sehr frisch rüber. Ein wenig, aber wirklich nur ein wenig fühlt man sich an Miles Davis‘ Tutu erinnert. Etwa am Anfang von Gesture 1.

Klassische Musik und afrokaribische Rhythmen, Bebop und Hardbop, Swing und HipHop – auf „Arvoles“ finden sich reichlich Spurenelemente. Aber mit jedem neuen Album scheint vor allem Cohens Persönlichkeit stärker durch. „Der Jazz-Visionär globalen Ausmaßes“, um das Down Beat-Magazin zu zitieren, fühlt sich in seiner eigenen Haut heute wohler denn je. „Ich schätze, dass ich gelernt habe, schneller auf den Punkt zu kommen, in der Musik, aber auch im Leben“, reflektiert Cohen.

Im Jahr 1992 zog er nach New York, wo er sich anfangs u.a. als Möbelpacker und Bauarbeiter durchschlagen musste und sein Bassspiel meist nur in Parks oder U-Bahnen zu hören war. Er besuchte dort auch die New School for Jazz and Contemporary Music. Nach gemeinsamen Auftritten mit Größen wie Paquito D’Rivera, Joshua Redman, Wynton Marsalis oder Roy Hargrove engagierte ihn der Latinjazzpianist Danilo Pérez für seine Band, und 1996 holte ihn dann der Weltklassepianist Chick Corea in sein neu formiertes akustisches Sextett Origin.

 

Cohen geht immer neue Wege. Deswegen nimmt sich „Arvoles“ („Bäume“ in der romanischen Sprache der sephardischen Juden) gänzlich anders aus in Klang und Anmutung. „Diesmal wollte ich mein Augenmerk auf etwas Neues lenken. Ich betrachte ‚Arvoles‘ als neue Musik, die meine Welt der letzten paar Jahre spiegelt. Sie reflektiert, wenn man so will, ein anderes Merkmal meiner Persönlichkeit“, sagt Avishai Cohen.

„Arvoles“ enthält acht neue Instrumental-Kompositionen, die in den letzten Jahren entstanden, und einen überlieferten Song. Den Plan, sämtliche neun Stücke für das neue Album zusammenzustellen, hatte Cohen zunächst nicht. Die Kompositionen reiften unabhängig voneinander, zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dennoch spielen sie einander zu und wirken wie aus einem Guss. „Arvoles“ wurde mit dem Schlagzeuger Noam David aus Israel und dem Pianisten Elchin Shirinov aus Aserbaidschan aufgenommen. Beide sind hervorragende Musiker und eigenständige Komponisten. Sie begleiten Cohen auch während seiner kommenden, weltumspannenden Tour, die weit bis ins Jahr 2020 hineinreichen wird.

„Der Grundgedanke hinter den Aufnahmen zum neuen Album war, mehr durch weniger zu erzählen“, erklärt Cohen. „Es braucht freilich reichlich Erfahrung, um dieses Ziel erreichen zu können.“ Die Musik ist klar gekennzeichnet von ihrer einzigartigen, definierenden DNA – ein Merkmal, das Cohen erst entdeckte, als die Aufnahmen bereits vollendet waren. „Es ist unmöglich, vor mir selber zu fliehen, selbst, wenn ich es wollte“, sagt Cohen über seine kompositorische Handschrift, die wie ein roter Faden durch „Arvoles“ führt.

 

„Die meisten der neuen Kompositionen beschäftigen sich mit Rückblicken, wie es scheint. Sie umfassen sogar Horns, denen ich in meiner Musik eine ganze Weile lang keinen Platz mehr eingeräumt hatte“, sagt Cohen. Posaunist Björn Samuelsson und Flötist Anders Hagberg dimensionieren „Arvoles“ zusätzlich. „Man kann sagen, dass ich mich meinen Wurzeln wieder zuwende“, konstatiert Cohen. „Aber das geschieht mit der Reife und der Vision, die ich in den letzten Dekaden gewinnen konnte. Nostalgie ist in ihrer besten Form das stärkste, romantischste, aufrichtigste und bittersüßeste Gefühl. Und ich finde, dass sie überall in der neuen Platte zu spüren ist, von ‚Childhood‘ über ‚New York ’90’s‘ bis zu ‚Nostalgia‘.

„Ich darf auf eine überaus glückliche Kindheit zurückblicken und bin deswegen sehr stolz darauf, dass ein Gemälde meiner Mutter Ora Cohen das Cover meines neuen Albums ziert“, berichtet Cohen stolz. „Sie ist eine eigenständige Malerin und mit ihrer Malerei auf der Hülle meiner Platte schließt sich für mich ein Kreis. Es füllt mich mit großem Stolz, ihre Arbeit auf diese Weise mit meiner zu verbinden.“

 

Im Herbst is Cohen auf Tour. Er macht Station in Braunschweig, Berlin, Hamburg und in Halle /Saale.

www.avishaicohen.com

125. Geburtstag  Otto Nagels


Information zum Pressegespräch des „Initiativkreises Otto Nagel 125“ und Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf am Montag, 22. Juli 2019, 11 Uhr im Schloss Biesdorf

Als Enkeltochter von Otto Nagel unterstütze ich gern die Aktivitäten des „Initiativkreises Otto Nagel 125“.  Nach all den Jahren, in denen er als Künstler immer mehr in Vergessenheit geriet, ist es eine Chance, Otto Nagel auch als Kulturpolitiker ins rechte Licht zu rücken.

Projekt: Forschungsprojekt Annäherung an den Großvater Otto Nagel

Auf publizistische Weise möchte ich mich auf verschiedenen Ebenen Otto Nagel nähern.

1. persönlich

Meinen Großvater Otto Nagel konnte ich nicht mehr kennen lernen. Mit meinen Eltern lebte ich, wie meine Großeltern, in Berlin-Biesdorf. In dem Wohnhaus meiner russischen Großmutter Walentina Nagel war ich bis zu ihrem Tod 1983 sehr oft. Hier kam ich Otto Nagel näher. In seinem Atelier war er als Künstler für mich immer präsent. Diese Erinnerungen sind bis heute ein wichtiger Teil meines Lebens.

2. als Künstler und Kulturpolitiker in verschiedenen Epochen des 20. Jahrhunderts

Die gesellschaftspolitischen Kontexte – Weimarer Republik, NS-Zeit, DDR – sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere die zahlreichen Freundschaften zu Künstlern und anderen gesellschaftlichen Akteuren spiegeln sein Wirken wider.

3. die Zeit in der DDR bis zu seinem Tod 1967, als Präsident der Akademie der Künste

Im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Otto Nagel - Berliner Stadtlandschaften, Porträts und Dokumente“ im Mitte Museum am 27. März 2008 gab es einen interessanten Vortrag. Die Kunsthistorikerin
Beatrice Vierneisel stellte unter dem Titel „Otto Nagel und die Akademie der Künste“ den Konflikt Otto Nagels mit der Kulturpolitik der SED vor dem Hintergrund der Formalismusdebatte heraus. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Akademie der Künste und dem Freundeskreis Otto Nagel e.V. .
Zum 50. Todestag von Otto Nagel 2017 hielt  Wolfgang Brauer, Vorsitzender des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf, im Rahmen einer Veranstaltung im Schloss Biesdorf einen Vortrag unter dem Titel „Hochgeehrt und kaltgestellt. Otto Nagels Biesdorfer Jahre“.  Auch in diesem kommt wieder das angespannte Verhältnis Otto Nagels zur Kulturpolitik der DDR zur Sprache.

Dies, und meine persönlichen Erlebnisse in meiner Kindheit im Haus meiner Großmutter Walentina Nagel und nach ihrem Tod, bewogen mich, diese Zeit zu erforschen. In Kooperation mit der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur versuche ich das Zusammenspiel zwischen den Kulturfunktionären der DDR und Otto Nagel bzw. seinem künstlerischen Erbe zu ergründen. Im besonderen Maße will ich die unmittelbare negative Einflussnahme auf die Familie Schallenberg-Nagel durch die DDR-Funktionäre analysieren.

Hintergrund:

Salka-Valka Schallenberg

geb. 1972 als 3. Enkelkind von Otto und Walentina Nagel
bis Februar 1986 Wohnort in Berlin-Biesdorf, 1986-1990 mit den Eltern in Kuwalk lebend,
seit 1990 Magdeburgerin
Journalistin, Autorin regionaler Literatur (Sachsen-Anhalt), TV-Moderatorin für kulturmd Stadtfernsehen Magdeburg



Otto Nagel

nach 1945 bis zu seinem Tod 1967
- nach Kriegsende maßgeblich am kulturpolitischen Aufbau der DDR beteiligt
- stellvertretender Landesvorsitzender (später Vorsitzender) des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands in Brandenburg
- 1950-1952 Erster Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler
- 1956 bis 1962 Präsident der Akademie der Künste Ost
- hielt auch in der DDR an einer gesamtdeutschen Kultur fest (über den Kulturbund und über Westberliner Akademie der Künste)
- Konflikt mit der Kulturpolitik der SED (1950er Jahre Formalismusdebatte)
- 1962 aus seinem Amt als Präsident der Akademie der Künste verdrängt
- 1965 protestierte mit Bildern gegen den Abriss der alten Häuser des Fischerkiezes zugunsten von Neubauten


Otto Nagel - der proletarisch-revolutionäre Künstler der DDR (in der DDR offiziell so bezeichnet)

- seit 1970 Ehrenbürger von Berlin
- 1973 Eröffnung Otto-Nagel-Haus für seinen künstlerischen Nachlass (durch meine Eltern bis 1978 geführt)
- 1980er Jahre Erweiterung Otto-Nagel-Haus für „proletarische und antifaschistische Kunst der DDR“

aktuelle Rezeption zu Otto Nagel

- 2008 die Ausstellung „Otto Nagel - Berliner Stadtlandschaften, Porträts und Dokumente“ im Mitte Museum Berlin (in Bezug auf das Archiv, dass sich seit 2007 bei der Akademie der Künste befindet)
- 2010 Ausstellung „Die verlorene Stadt“ Käthe-Kollwitz-Museum Berlin
- 2012 Ausstellung „Otto Nagel (1894–1967). Orte – Menschen, Schloss Berlin-Biesdorf

In der Ausstellung waren Ölbilder und Pastelle des Künstlers aus der Kunstsammlung der Akademie
zu sehen, die mit der freundlichen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung
restauriert werden konnten.

Teilnahme an Ausstellungen

- 2017 „Käthe Kollwitz und ihre Freunde“ Sonderausstellung des Käthe Kollwitz Museum, Berlin aus Anlass
des 150. Geburtstages der Künstlerin
- 2017/18 „Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen“, Frankfurt am Main, Schirn Kunsthalle
- 2017/18 „Berlin 1937 – im Schatten von morgen“ Märkisches Museum Berlin
- 2018  „Die Schönheit der großen Stadt, Berliner Bilder von Gaertner bis Fetting“ Stadtmuseum Berlin, Museum Ephraim-Palais
- 2018 „Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“ , Bröhan-Museum Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus, ab Herbst 2019 im Käthe Kollwitz Museum Köln
- 2018/19 „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018“, Kunsthalle Mannheim
- 2018/19 „Freiheit, Die Kunst der Novembergruppe 1918–1935“, Berlinische Galerie Museum für moderne Kunst

Kontakt:

Gern stehe ich für Fragen zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Telefon 0391/81909690

Im Rahmen der Festveranstaltung am 27. September 2019 im Schloss Biesdorf ist ein persönliches Gespräch möglich.

Meine Gedanken gehen zurück in meine Kindheit. Berlin-Biesdorf, mit der S-Bahn gut 20 Minuten zum Alexanderplatz, hat einen dörflichen Charakter.
Hier wuchs ich Anfang der 1970er Jahre in der DDR, in Ost-Berlin auf. Nicht weit von unserem Haus wohnte meine russische Oma – liebevoll Babi genannt.
Ihr großes Haus: viele alte Möbel und Künstler wie Heinrich Zille waren mir durch zahlreiche Bilder und Skulpturen vertraut - ehrfürchtig begegnete ich dem „Der Turm der Mütter“ von Käthe Kollwitz.
Vom Wohnzimmer ging ich nur wenige Schritte bis zu einem ganz besonderen Ort – den liebte ich besonders. Ein riesiges Atelier – mit einer Staffelei, eine große Palette und viele Ölfarben und Pastellstifte – und überall standen Bilder. Babi erzählte mir von dem Künstler Otto Nagel – so kam ich meinem Großvater sehr nah. All die Geschichten, die ich hörte, gaben mir das Gefühl, mein Opa kommt gleich wieder. Aber es blieb beim gedanklichen Zwiegespräch.

Am 17. Juni 1953 gingen in der DDR Hunderttausende auf die Straße. Sie forderten neben dem Rücktritt von SED-Chef Walter Ulbricht u.a. freie Wahlen und die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands.
Die Staatsmacht reagiert mit Gewalt. Auch in Magdeburg schlug die sowjetische Besatzungsmacht den Volksaufstand mit Waffengewalt nieder. Tote und Verletzte waren zu beklagen.

Noch bis zum 2. Juli 2019 präsentiert die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg in ihren Räumen die Sonderausstellung „Magdeburg 17. Juni 1953“.
Die von der Gedenkstätte im vorigen Jahr mit finanzieller Unterstützung der Landeshauptstadt Magdeburg neu erarbeitete Wanderausstellung vermittelt Informationen über die politische und gesellschaftliche Situation Anfang der 1950er Jahre in der DDR die am 17. Juni 1953 in landesweiten Aufständen, Streiks und Demonstrationen mündeten.

Die Zerstörung einer Dresdner Künstler-Biographie durch die Stasi

DDR Anfang der 1980er Jahre, Zeit des Wettrüstens, Zeit der Umweltverschmutzung und Zeit des politischen Aufbruchs der Opposition. In Dresden agiert ein Mail-Art-Netzwerk – Postkarten gedruckt von Jürgen Gottschalk, versendet in alle Welt – Kommunikation durch Kunst per Post. Für das Regime in der DDR eine Provokation. Schnell ist die Gruppe um den Grafiker Gottschalk im Visier der Stasi – der Operative Vorgang (OV) „Feind“. Jahrelange Bespitzelung, Berufsverbot, Ausreiseantrag, Haft und schließlich 1985 Ausreise mit Freikauf in die BRD – die Stationen eines zerstörten Lebens. Jürgen Gottschalk hat bereits 2006 im Rahmen der Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur seine Geschichte veröffentlicht. Ein erster Schritt sich der Vergangenheit zu stellen, das Erlebte zu verarbeiten.
Nun über 10 Jahre später ist es 2019 an der Zeit, das Buch „Druckstellen. Die Zerstörung einer Dresdner Künstler-Biographie durch die Stasi“ in überarbeiteter Form neu aufzulegen. Erschienen  in der Evangelischen Verlagsanstalt.
Es gab vieles, was noch nicht erzählt war, auch ein Rückblick war jetzt wichtig. Zum einen finden sich nun in dem Buch einige ausgewählte Mail-Art Abbildungen, um das, was für die Stasi eine Provokation war, visuell zu untermauern. Andererseits ist der Operative Vorgang (OV) „Feind“ nicht nur auf unzähligen Seiten der Stasi-Akte von Jürgen Gottschalk dokumentiert. Sogar eine Diplomarbeit hat Gottschalks „Stasi-Offizier“ über die „Zersetzung“ der der Mail-Art Künstler verfasst. Im aktuellen Buch findet sich Anhang die gesamte Diplomarbeit zum nachlesen. Auch wenn der Abdruck doch eine recht kleine Schrift hat. Mit dem 2017 von Dr. Nancy Aris, stellvertretende Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen, geführten Interview erfährt der Leser noch mehr über den Autor. Aber auch Jürgen Gottschalk selbst wirft noch einmal einen Blick zurück. Kritisch reflektiert er, die Zeit der politischen Verfolgung in der DDR und des Ankommens im Westen – seine Zeit und die der DDR-Bürger nach 1990. Jürgen Gottschalk resümiert hierzu: „Zwischen dem Wegducken vor der Verantwortung  für das eigene Tun und dem übereifrigen Anpassen an die neuen Verhältnisse polarisierte sich eine Gesellschaft, die nie eine Chance bekam, die eigenen Träume auszuprobieren...“ Und es ist dem Autor wichtig „dass gerade auch junge Leute mental da hinkommen, sich nicht alles bieten zu lassen, die Missstände der Zeit nicht als gottgegeben hinzunehmen, kein willenloser Mitläufer, sondern Sand im Getriebe zu sein...“ Mit dem Buch zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, die gewonnene Freiheit jeden Tag aufs Neue zu verteidigen.  

Droht uns rechter Terror?

Der Mordfall Walter Lübke geht uns alle an. Er ist die praktische Folge von jahrelanger rechter Hetze. Solchen Anfeindungen sind in zunehmendem Maße Bürgermeister und Landespolitiker ausgesetzt.
Aber auch jeder, der sich gegen rechts engagiert, wird bekämpft.
Die AfD Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt forderte gerade erst einen Untersuchungsausschuss zum Linksextremismus. Mit eingeschlossen sind Gewerkschaften, Parteien und Bürgerinitiativen, die man überprüfen und am liebsten Abschaffen wolle. Ein Pauschalangriff auf die Zivilgesellschaft.  Stehen wir kurz vor einem rechten Umbruch? Die rechte Terrorgefahr war nie größer.
Die Feinde der Demokratie sitzen überall. Mehr dazu im Film.

Es gibt immer wieder schöne Überraschungen. So ist es auch  mit dem Album „Apart“ von Teresa Bergmann. Die mir bisher unbekannte Künstlerin nimmt den Zuhörer sogleich in Beschlag. Man muß einfach zuhören. Mal soulig, mal funky, etwas Jazzfeeling, eine Prise Folk. Alles wird durch die Stimme der Künstlerin zusammengehalten.
Entstanden ist ein anspruchsvolles Trennungs-Album mit experimentellen Vocal-Arrangements, kunstfertigen Streichern und einer ausgefeilten Soundästhetik.  Ein intensives Pop-Soul-Album

Von der Straßenmusikerin zur Studio-Tüftlerin: noch vor wenigen Jahren stand Teresa Bergman mit ihrer Akustikgitarre im Berliner Mauerpark. Es folgten zwei Releases und Tourneen durch Asien, Neuseeland und Deutschland.
Teresa Bergman ist weitgereist. Aufgewachsen in Wellington, Neuseeland, kam sie 2009 nach Europa. Im polnischen Breslau und in Leipzig studierte sie Sozialwissenschaften, und während eines Praktikums verliebte sie sich in Berlin. Bald spielte sie regelmäßig im Mauerpark. „Ich habe in der Zeit einen sehr perkussiven Gitarrenstil entwickelt, um gegen den Straßenlärm anzukommen“, erinnert sich die Künstlerin, die schon im Alter von neun Jahren vor neuseeländischen Einkaufszentren gesungen hatte, um ihr Taschengeld aufzubessern.
In Berlin fand die heute 32jährige, die alle Songs selbst schreibt, auch ihre international besetzte Band um Tobias Kabiersch (Bass), Pier Ciaccio (Drums) und Matt Paull (Keyboards). Mit den drei Musikern hat sie ihr zweites Album „Apart“ aufgenommen, co-produziert mit Bilderbuch-Produzent Sebastian „Zebo“ Adam.
„Apart“ ist deutlich weniger folkig als ihr erstes Album, viele Stücke haben eine dunkle Soul-Ästhetik, passend zu den oft melancholischen Songtexten. „Ich habe mir viele Gedanken über Grooves gemacht,“ sagt Bergman. „Bei jedem Instrument haben wir lange am jeweiligen Sound getüftelt.“ Die Streicherarrangements für Violine, Viola und Cello stammen vom Londoner Ben Barritt, der auch einige fulminante E-Gitarren-Soli beisteuerte.
„Apart“ beginnt mit Songs, die um das zentrale Thema des Albums kreisen: Trennungen. Der Titelsong wird mit einem schweren Gitarren-Riff, leichten Dissonanzen und einer geisterhaften Hammond Orgel eröffnet. „Apart“ – das kann „auseinander“ bedeuten, aber auch „hinreißend“, deutsch ausgesprochen. Teresa Bergman fügt eine weitere Möglichkeit hinzu, wenn sie sich fragt: von welchen Dingen möchte ich ein Teil, also „a part“ sein?
In „Hold Your Heart” setzt die Künstlerin das ein, was sie Vocal Percussion nennt: zischend-rhythmische Sounds, die einen bouncenden Disco-Funk einleiten. „Only Numbers“ ist anspruchsvoller Pop, der die Digital-Abhängigkeit unserer Zeit kritisch betrachtet. Er verdeutlicht Bergmans Vorliebe für raffinierte Gesangstechniken und experimentelle Stimmenverpflechtungen, wie man sie von der französische Sängerin Camille kennen mag.
„Semi-Professional Clown“ erinnert an Bergmans Vergangenheit als Sängerin in einem Barbershop-Quartett. Komplett selbst arrangiert, und nur mit ihrer eigenen Stimme instrumentiert, erzählt die Neuseeländerin hier von einer fiktiven Figur, die doch nahe an ihr selbst ist. Zentrale Frage: Was bedeutet Authentizität für die Kunst?
An „Mirror Girl“ hat Bergman seit zehn Jahren gearbeitet; sie nennt es eine „Folk-Fusion Extravaganza“. Der Song, dessen komplexe Akustikgitarren-Spuren von Joni Mitchell, aber auch jüngeren Folk-Heldinnen wie Ani di Franco inspiriert wurden, hat eine epische, filmische Qualität. Die treibenden Grooves im letzten Teil spiegeln Bergmans Vorliebe für Schlagzeug-Sounds a la Herbie Hancock ,wider.
„Apart“ ist ein vielschichtiges Trennungs-Album, das nicht bloß romantische, sondern auch familiäre Trennungen behandelt. Die Künstlerin selbst nennt es ein “coming-of-age record”. „Es geht um Fehler, und die Lektionen daraus. Um eine selbstbewusste Frau, die auch in der Lage ist, sich Schwächen einzugestehen. Denn: nur wer sich selbst wirklich liebt, wirkt apart.“

Ab Oktober ist Teresa Bergmann auf Deutschlandtournee

die Termine findet man auf ihrer Homepage www.teresabergman.com

Jenseits der Leere

Das harte Material des Glases und des Ventilators, die runden Formen der Skulpturen und schnell wird klar, dass Christopher John Smith mit seinen Skulptueren über den Raum, die Form im Raum und über die Wirkung der Form nachdenkt.

Er benutzt Dinge, die andere nicht mehr gebrauchen können. Es ist nicht einfach Müll, wie er uns im Interview erzählt. Im Gegenteil, jeder Gegenstand hatte einen Sinn. Der Künstler versucht diesen aufzuspüren. In der Kombination erhalten die Gegensände eine neue Seele.

Die Ausstellung ist bis Ende September 2019 zu sehen.

The World of Hans Zimmer A Symphonic Celebration
Die größten Hits von Hans Zimmer, wie man sie noch nie gehört hat.

Für dieses Album hat Hans Zimmer seine größten Hits neu arrangiert und klangewaltige Konzertsuiten für Orchester, Chor und Band gestaltet.
In jeder Konzertsuite verarbeitet Zimmer die markantesten Melodien eines Soundtracks und entwickelt daraus ein neues in sich geschlossenes sinfonisches Werk. So erklingt die  Musik von „The Dark Knight“, The Da Vinci Code, König der Löwen, Fluch der Karibik und M:i-2 Mission: Impossible 2 wie noch nie zuvor. So ist es in der CD-Ankündigung zu lesen.
Aber: Schon lange vor dem Start der Dreharbeiten komponiert Zimmer in der Regel Suiten, die alle wesentlichen Bestandteile der späteren Filmmusik enthalten.  Diese dienen gegen Ende der Produktion als Basis für die Musik, die direkt zum Bild geschrieben wird.   Die Suiten selbst werden meistens im Film und auf dem Soundtrack verwendet – so z.B. sind die Titel 9 bis 13 aus dem Soundtrack zu The Da Vinci Code – Sakrileg die von Zimmer geschriebene Suite. Diese Arbeitsweise erklärt Zimmer in einem Interview folgendermaßen:
„Ich habe darüber nachgedacht, wie ich in letzter Zeit arbeite. Die Dinge schon vor den Dreharbeiten zu schreiben, ist der bessere Weg. Die Filmtechnologie hat sich in den letzten Jahren, insbesondere durch Computereffekte, so stark verändert, dass es nun möglich ist, auch noch etwas in letzter Minute am Film zu ändern. Ich glaube, der alte Weg zu warten, bis der Film fertig geschnitten ist, und dann die letzten sechs bis zwölf Wochen, oder wie lange auch immer, die Musik zu schreiben und aufzunehmen, funktioniert heutzutage nicht mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Teil der Musik vor diesen zwölf Wochen zu schreiben. Damit hat man selbst und die Filmemacher dann etwas, mit dem man arbeiten kann, während man über die Musik zum Bild nachdenkt. So hat man möglicherweise mehr Einfluss auf den Stil des Films.“
Hans Zimmer selbst bezeichnet Ennio Morricone als sein großes Idol.
Das Album erschließt nicht unbedingt beim ersten Anhören, selbst, wenn man die einzelnen Filme gut kennt. Es lohnt also, die Musik mehrfach zu hören. Dann erschließen sich auch die stilistische Hommage an sein großen Vorbild.
Die CD ist bei Sony Classical erschienen. Es sind 15 seiner wichtigsten Filmmusiken vereint.
Im Herbst  ist Zimmer auf Europa Tournee. In Deutschland tritt er im November auf: Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt/Main Hamburg und Berlin.





Dieses Jahr feiert das Bauhaus sein 100-jähriges Bestehen.
Grund genug, sich einmal auf den Weg zu machen und der Moderne nachzuspüren.

Dessau ist die Stadt, mit der das Bauhaus am engsten verbunden ist. Hier hat die Hochschule am längsten gewirkt, ihre Blütezeit erlebt.  Zugleich ist es auch die Hochphase der Bauhaus-Architektur.

Von hier aus gingen Impulse auch in den Süden des Landes.

Das Kornhaus, ein Restaurant ganz im Sinne des Bauhauses. Ausflugsziel der Dessauer. Ausblick auf die Elbe. Willkommene Abwechslung zum Stadtmief. Ließe sich das mit der Notwendigkeit neuer Wohnkonzepte verbinden?

Eine Antwort darauf ist die Gartenstadt.

Während der Weimarer Republik gab es einen erheblichen Mangel an erschwinglichem Wohnraum.
Es mussten Wohnungen her. Bezahlbar und gesund. Mit Licht, Luft und Sonne.

Unsere kleine Reise folgt den Spuren der Moderne. Unsere Ziele:  Dessau, Bernburg, Halle (Saale), Bad Dürrenberg, Merseburg.

 

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