Forschung zu Otto Nagel

Als Journalistin und Enkelin von Otto Nagel arbeite ich seit Juli 2019 an einem Forschungsprojekt. In Kooperation mit der "Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" ist es mir möglich, Akten aus verschiedenen Archiven - Landesarchiv Berlin, Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, Archive verschiedener Museen, Archiv der Akademie der Künste Berlin etc., einzusehen und mit Kopien zu arbeiten. Schon der Titel des Forschungsprojektes zeigt die Vielschichtigkeit dieser Forschung: "Otto Nagel - sein Wirken in der ehemaligen DDR, seine Überwachung durch das MfS und der Umgang des Staatsapparates der ehemaligen DDR mit seinem Erbe nach seinem Tod im Jahr 1967" .

Forschungsprojekt Otto Nagel Stand der Dinge November 2019

Forschungsprojekt Otto Nagel Stand der Dinge November 2019

Wir werten derzeit 1.500 Seiten Aktenmaterial aus.

Auf etwa 500 Seiten aus dem Büro des Staatssekretärs für Kultur der DDR haben wir umfangreiche Hinweise gefunden, die den repressiven Druck seit dem Tod von Otto Nagel auf die Familie deutlich machen. Daran lässt sich erkennen, dass die sogenannte Schenkung der Tochter Otto Nagels an den Staat nicht freiwillig erfolgt ist.
Die Eltern wurden an der Nase herum geführt. Man hat ihnen scheinbar Zugeständnisse gemacht, damit sie der Schenkung zustimmen würden. Tochter und Witwe Nagel wurden gegen einander ausgespielt.
Die Sprache ist bewusst verwirrend. Jeder noch so starke Druck auf die Familie wird immer so dargestellt, dass jeder daraus freiwilliges Handeln  durch die Familie ableiten muss.
Wir können damit gleichwohl die Aussagen der Eltern gegenüber Journalisten nach 1990 über diese Machenschaften untermauern.

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