100 Jahre Bauhaus

Dieses Jahr feiert das Bauhaus sein 100-jähriges Bestehen.
Grund genug, sich einmal auf den Weg zu machen und der Moderne nachzuspüren.

Dessau ist die Stadt, mit der das Bauhaus am engsten verbunden ist. Hier hat die Hochschule am längsten gewirkt, ihre Blütezeit erlebt.  Zugleich ist es auch die Hochphase der Bauhaus-Architektur.

Von hier aus gingen Impulse auch in den Süden des Landes.

Das Kornhaus, ein Restaurant ganz im Sinne des Bauhauses. Ausflugsziel der Dessauer. Ausblick auf die Elbe. Willkommene Abwechslung zum Stadtmief. Ließe sich das mit der Notwendigkeit neuer Wohnkonzepte verbinden?

Eine Antwort darauf ist die Gartenstadt.

Während der Weimarer Republik gab es einen erheblichen Mangel an erschwinglichem Wohnraum.
Es mussten Wohnungen her. Bezahlbar und gesund. Mit Licht, Luft und Sonne.

Unsere kleine Reise folgt den Spuren der Moderne. Unsere Ziele:  Dessau, Bernburg, Halle (Saale), Bad Dürrenberg, Merseburg.

 

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts beschränkte sich das Stadtgebiet Magdeburgs auf die eng gezogenen Mauern der Altstadt mit den Festungsanlagen. Von der modernen Großstadt war noch nichts zu sehen.

Vor allem die Ansiedlung und das Wachstum der Magdeburger Metall- und Maschinenindustrie führten ab 1885 zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion. Die Folge: schlechte hygienische Verhältnisse und dunkle Wohnungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten durch weiteren Zuzug und verschiedene Eingemeindungen etwa 280.000 Menschen in Magdeburg. Nach dem ersten Weltkrieg waren Wohnungsnot und Mangel an einfach allem an der Tagesordnung. Gute Lösungen mussten her. Da kamen die Ideen des Bauhaus  gerade recht. Die Moderne brach mit voller Wucht herein. Im Kulturhistorischen Museum ist bis Juni eine Ausstellung zu sehen, die diesen Entwicklungsschub in Magdeburg nachzeichnet.

Dieses Jahr feiert das Bauhaus dsein 100-jähriges bestehen.
Grund genug, sich einmal auf den weg zu machen und der Moderne nachzuspüren.

Dessau ist die Stadt, mit der das Bauhaus am engsten verbunden ist. Hier hat die Hochschule am längsten gewirkt, ihre Blütezeit erlebt.  Zugleich ist es auch die Hochphase der Bauhaus-Architektur.

Der Gedanke des Bauhaus Design folgt Funktion breitete sich sehr schnell aus und traf vielerorts auf fruchtbaren Boden. Es entstanden Wohnsiedlungen mit viel grün und viel Licht, Verwaltungsgebäude, Schulen und Garagenkomplexe.

Auf einer kleinen Rundreise durch den Norden Sachsen-Anhalts wollen wir diesem Geist nachspüren.



04.2.19. Gleich zwei Neuerwerbungen kann das Kulturhistorische Museum Magdeburg zum Auftakt des Bauhausjahres präsentieren: einen Glasbaukasten von Bruno Taut und eine von Albin Müller entworfene Porzellantasse. Beide Neuerwerbungen werden Eingang in die Sonderausstellung „Reformstadt der Moderne“ finden.

Der bekannte Architekt und Gestalter Albin Müller entwarf anlässlich der Magdeburger Theaterausstellung eine Andenkentasse. Diese wurde in der Porzellanmanufaktur Rosenthal in Selb produziert.

Bruno Taut ein Vertreter der Moderne hatte schon früh mit Glas experimentiert. Mit seinem Glasbaukasten wollte Taut das Formempfinden und die Kreativität der jungen Generation fördern. Durch die Konzentration auf die Grundformen und mehr noch durch das Material farbiges Glas ist „Dandanah“ einzigartig unter den Baukästen.

 Allerdings ging es nie in Serie, wohl auch wegen der Empfindlichkeit des Materials.


Dank der Unterstützung des Magdeburger Museumsvereins konnte die Tasse für das Kulturhistorische Museum erworben werden.

Magdeburg war seit dem Mittelalter preußische Festung. Militärische Belange gingen vor städtische. Die Selbstverwaltung stark eingeschränkt.
Der SPD-Politker Herrmann Beims wird 1919 ohne Gegenstimmen zum Oberbürgermeister gewählt. Mit ihm betritt ein Visionär, Diplomat und Prakmatiker die städtische Bühne. Sein Ziel: Magdeburg sollte zur Hauptstadt Mitteldeutschlands werden.

Die wohl wichtigste Aufgabe, die Stadt modernisieren. Beims gelang es, kreative Köpfe in die Stadt zu holen. Z.B. Bruno Taut, Carl Krayl, Johannes Göderitz, Xanti Schawinski

In Magdeburg war man schon länger offen für schulische Reformbewegungen.
Beims holte Hans Löscher nach Magdeburg. Bald war die Stadt das reformpädagogische Zentrum Deutschlands.

Die Mitglieder der Künstlergruppe Die Kugel widmeten sich dem Spätexpressionismus und dem Dadaismus. Kern der Aktivitäten waren Literarische und musikalische Veranstaltungen, Ausstellungen sowie Diskussionsabende.

Im Jahr 1924 gründete sich in Magdeburg die Organisation Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Sie bestand aus   Sozialdemokraten, Mitgliedern der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und des Zentrums, als Gegenpol zum ebenfalls hier gegründeten Stahlhelm.

Reichsbanner und Stahlhelm zeigen auch den tiefen Riss in der Gesellschaft jener Zeit.

Noch immer sind die Spuren des Neuen Bauwillens in Magdeburg sichtbar: Schneiders Garten,
Siedlung Cracau, Angersiedlung oder Westernplan. Die Magdeburger leben das. Ein touristisches Angebot lädt Gäste ein, die Magdeburger Moderne zu entdecken.

Was ist mit M gemeint? In erster Linie die Moderne. Es kann aber auch Mies van der Rohe sein. Oder sogar Magdeburg.

State of M ist ein Zustandsbericht über eine Situation, die wir alle kennen. Wir schieben das Bauhaus und die Moderne vor uns her, wie eine Ikone des 20 Jahrhunderts, die nicht altern darf.

Der Künstler Joachim Brohm holt mit seinen Fotografien das Bauhaus ins Jetzt.

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