Lesen

Endlich richtig Platz zum Stöbern, Spielen und Lümmeln

In den Sommermonaten ist in der Stadtbibliothek einiges passiert. Die einzelnen Abteilungen sind umgezogen, die Etagen neu gestrichen. Die Kinderbibliothek hat nun eine eigene Etage.

Buchmesse 2018: Auf dem Parkett, Enrico Brissa gibt Empfehlungen zum guten Benehmen

In einer Zeit, in der das Gespräch miteinander nur noch aus kurzen Nachrichten via WhatsApp, Twitter und Facebook besteht, ist das Buch „Auf dem Parkett. Kleines Handbuch des weltläufigen Benehmens“ (erschienen im Siedler Verlag) von Enrico Brissa gerade richtig. Anhalten in der Hektik des Alltags, sich zurückbesinnen auf Werte wie Respekt und Rücksicht, das ist mit dem kleinen Buch möglich. Der Autor hat ein hehres Ziel, er will die Leser für die schönen Künste der Höflichkeit begeistern. Enrico Brissa hat ein Sammelsurium von Begriffen unseres täglichen Miteinanders mit kurzen Erläuterungen zusammengestellt, kurzweilig zu lesen.

 

 

Interview mit den Autorinnen Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth

Die Jahre 1976 und 1977 in der DDR sind geprägt von zunehmender Gesellschaftskritik mit Folgen: 1976 Der Schriftsteller Rainer Kunze wird aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen, 1977 verlässt er die DDR. Im Sommer 1976 verbrennt sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz auf der Straße, seine Botschaft: Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an! Wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen.   Im November 1976 wird der Liedermacher Wolf Biermann ausgebürgert, eine Petition von Intellektuellen gegen die Ausbürgerung folgt. In dieser Zeit, stellt der Staat Robert Havemann unter Hausarrest. 1977 verlassen der Schriftsteller Reiner Kunze, Schauspieler und Sänger Manfred Krug die DDR. 
In dieser Zeit erschien das Buch von Maxie Wander "Guten Morgen Du Schöne", dass das Leben von Frauen in der der DDR protokolliert. Ein Spiegel der Gesellschaft, der Träume und Hoffnungen offenbahrt. Und jeder kann sich selbst hinzufügen, wie es die Schriftstellerin Chrita Wolf in einem Vorwort dazu schrieb.
Dieser Tage erschien über 40 Jahre später das Buch „He, du glückliche“ im Mitteldeutschen Verlag. Ein Interview-Buch, dass das Leben ostdeutscher Frauen, geboren zum Ende des II. Weltkrieges bis Anfang der 1990er Jahre, vorstellt und somit ihre Sorgen und Erlebnisse nach der DDR. Wir trafen die Autorinnen Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth Anfang September vor einer Lesung in der Stadtbibliothek zu einem Gespräch über das Buch. 

Roland Berbig - Auslaufmodell "DDR-Literatur"

Roland Berbig, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat im Christoph Links Verlag zum Thema Forschungen zur DDR-Gesellschaft das Buch „Auslaufmodell „DDR-Literatur“ im März 2018 herausgebracht. Das Buch knüpft an die Ausführungen der Dokumentation „Stille Post Inoffizielle Schriftstellerkontakte zwischen West und Ost“, erschienen 2005, an. Diesmal stehen die Literaten aus der DDR im Fokus seiner Analyse. Wie ist der Begriff „DDR-Literatur“ zu fassen? Die DDR, 1949 gegründet, war ein neues Staatengebilde nach der langen Zeit des Krieges. Von daher finden hier viele sozialistisch gesinnte Menschen ihre Heimat. Wie sich später der Sozialismus ausgestaltet, wird sich zeigen. Von daher vereint die Literatur in der DDR Schriftsteller verschiedener Generationen mit zahlreichen Lebenserfahrungen. Von Bertolt Brecht und Johannes R. Becher über Peter Huchel über Helga M. Nowak und Thomas Brasch bis hin zu Bert Papenfuß und Uwe Kolbe. Der Autor Roland Berbig zeigt dies eindrucksvoll und authentisch mit Briefen und Essays auf. Dies ergibt ein sehr intimes und offenes Bild über die Literaten in der DDR. Der Germanist geht aber noch weiter und spricht die Schriftsteller direkt mit 3 kurzen Fragen per Brief an. Er nutzt das nicht nur als Quelle für seine Ausführungen, er lässt den Leser seines Buchs sich selbst ein Bild machen, indem er den Briefverkehr in Auszügen veröffentlicht. Sehr gut gefallen hat mir persönlich, dass die Dokumentation ein Projekt ist, dass Roland Berbig mit einer studentischen Forschungsgruppe umgesetzt hat. So erhält dieses Buch nochmal einen ganz frischen Blick von einer Generation, die die Zeit der DDR aus einer ganz anderen Perspektive sieht. Alles in allem ein wichtiges Buch, um das untergegangene Land DDR nicht endgültig zu vergessen. Es hat auch bleibende Werte, wie die Literaten aus dieser Zeit, hinterlassen.

 

Buchmesse 2018 Der Autor Jürgen Neffe über sein Buch Marx - der Unvollendete 

September 1867 – „Das Kapital“ von Marx erscheint. Wer ist der Kopf dahinter, ist das der Karl Marx, den der Ostblock für seine Bürger gezeichnet hat, der das Rezept haben soll, wie der Sozialismus funktioniert? Der Autor Jürgen Neffe nimmt den 200. Geburtstag von Marx im Jahr 2018 zum Anlass, die Person und sein Vermächtnis in Form der Bücher „Das Manifest“ und „Das Kapital“ auf Herz und Nieren zu prüfen. Schon der Titel „Marx der Unvollendete“ und der Umfang des Werks von gut 600 Seiten lassen aufhorchen. Es sind verschiedene Stränge, die sich durch das Buch ziehen, die miteinander verwoben sind. Zum einen nähert sich der Autor Marx, indem er seinen Lebensweg als staatenloser und Flüchtling sowie das familiäre Umfeld sehr intim nachzeichnet.

zur vollständigen Rezension: Rezension:Marx - der Unvollendete

 

Buchpremiere auf der Buchmesse Leipzig 2018:

Mut und Zivilcourage – auch in Magdeburg haben die Bürger mit  diesen Prinzipienden Weg für die Demokratie geebnet. Am 18. September 1989 fand im Magdeburger Dom das erste „Gebet für gesellschaftliche Erneuerung“ statt, das den Bürgern fortan eine Plattform bot, um friedlich für die eigenen Rechte zu demonstrieren. Wenige Wochen später wurden die Montagsgebete erhört – doch Mauerfall und Einheit waren damals nur der Anfang. Salka Schallenberg, Redakteurin des Magdeburger Lokalfernsehens, dokumentiert in diesem Bildband, wie die Magdeburger die Zeit nach der Wende erlebt und Stück für Stück gemeistert haben. Anhand von mehr als 50 Abbildungen aus öffentlichen und privaten Sammlungen erinnert sie an die tiefgreifenden Veränderungen in ihrer Heimatstadt und rückt die Jahre 1989 bis 1995 durch eindrucksvolle Zeitzeugenberichte in eine greifbare Nähe. Das Ergebnis ist eine bewegende Zeitreise in die jüngste Vergangenheit Magdeburgs.
 

 

 
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