Kommentararchiv

Aus Machtgier Ministerpräsident. Da hat sich eine 5%-Minifraktion mit Hilfe der Höcke-AfD an die Landesspitze gebracht. Ein offener Putsch gegen eine rechtmäßig gewählte Partei, die mit 31% stärkste Kraft ist. Zudem gibt es bereits einen gültigen Koalitionsvertrag.
Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle ehrlichen Demokraten. Und es ist Wählerbetrug. Ein echter Auftrag zur Regierungsbildung ist nicht gegeben. Deshalb muss diese Wahl rückgängig gemacht werden.
Das kann man nicht einfach so hinnehmen. Wenn wir uns jetzt nicht wehren, werden diese Verhältnisse nächstes Jahr auch in Sachsen-Anhalt Realität. Wir erinnern uns, Höcke darf per Gerichtsbeschluss offiziell als Faschist bezeichnet werden.  Alle, die das ignorieren, machen sich mit den Höckes dieser Welt gemein. Die AfD hat nur ein Ziel: die Demokratie zerstören.
In Thüringen war im Jahr 1930 die NSDAP erstmals in eine Landesregierung gekommen. Das Ergebnis kennen alle. Erschreckend, dass man nichts aus der Geschichte gelernt hat.

"Ich bin aus Anstand Antifaschistin geworden. Sagte Marlene Dietrich". Dieser Haltung sollte sich jeder anschließen, damit sich Geschichte nicht wiederholt.

Droht uns rechter Terror?

Der Mordfall Walter Lübke geht uns alle an. Er ist die praktische Folge von jahrelanger rechter Hetze. Solchen Anfeindungen sind in zunehmendem Maße Bürgermeister und Landespolitiker ausgesetzt.
Aber auch jeder, der sich gegen rechts engagiert, wird bekämpft.
Die AfD Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt forderte gerade erst einen Untersuchungsausschuss zum Linksextremismus. Mit eingeschlossen sind Gewerkschaften, Parteien und Bürgerinitiativen, die man überprüfen und am liebsten Abschaffen wolle. Ein Pauschalangriff auf die Zivilgesellschaft.  Stehen wir kurz vor einem rechten Umbruch? Die rechte Terrorgefahr war nie größer.
Die Feinde der Demokratie sitzen überall. Mehr dazu im Film.

Gegen das Vergessen - Gedenken an die Zerstörung der Stadt am 16.01.1945

„Man muss alles im gesellschaftlichen Geschehen wie im Privatleben nehmen: ruhig, großzügig und mit einem milden Lächeln.“ schrieb Rosa Luxemburg in einem Brief aus dem Gefängnis im November 1917 an Sophie Liebknecht, ihre Freundin und Frau ihres Mitstreiters Karl.  Vor wenigen Tagen am 12. Januar jährte sich die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zum 101. Mal.
Auch heute ist ein denkwürdiger Tag – vor 75 Jahren waren es zwar nur noch wenige Monate bis zum Ende des II. Weltkrieges, aber Deutschland erfuhr die volle Brutalität für all die abscheulichen Taten in den vergangen 12 Jahren. Magdeburg wurde am 16. Januar in Schutt und Asche gelegt – was bleibt sind Spuren, die noch heute an vielen Orten in der Stadt zu finden sind. Ebenfalls vor 75 Jahren wurden die Menschen aus dem Vernichtungslager Auschwitz befreit.
Niemand will das wieder haben. Bei aller Kritik, wir leben im besten Deutschland aller Zeiten. Dazu hat auf jeden Fall die friedliche Revolution von 1989 beigetragen.
Nun ist es an uns, die Erinnerung an diese Zeit wach zu halten und für die Demokratie tagtäglich zu kämpfen.

 

„Nicht: Es muss etwas geschehen! Sondern: ICH muss etwas tun!“,

so der Widerstandskämpfer Hans Scholl. Heute, 75 Jahre nach dessen Ermordung tauchen Worte wie Widerstand und das Symbol die weiße Rose wieder auf, mißbraucht von der AfD bei sogenannten Trauermärschen. Aber nicht Antifaschisten, wie einst die Scholl-Geschwister, sind unter den Teilnehmern. Nein, es sind Menschen, die meinen, dass in einer Demokratie das Recht auf freie Meinungsäußerung bis zu MordAufrufen gehen kann.
Da ruft am Montag in Köthen eine junge Frau in Richtung Journalisten und Gegendemonstranten: „Die da hinten werden als Erstes brennen. BRENNEN. Und ihr habt mich richtig verstanden." Ihre Mitsympathisanten jubeln. „Deutschland den Deutschen“ rufen zahlreiche Demonstranten. Wenn Deutschland nicht den Deutschen allein gehöre, verliere man sein Haus und Hof, seine Arbeit, seinen Lohn – viel schlimmer wir verlieren unser Land war  zu hören. So schrie ein Redner „Es ist Krieg, es ist ein Rassenkrieg gegen das Deutsche Volk“ - das sind Worte, gerufen nicht in der Zeit des Nationalsozialismus, nein, gerufen dieser Tage 2018 in Köthen und  wieder Jubelnde Demonstranten.

Erinnert mich an die Worte: Wollt Ihr den totalen Krieg? Es folgten schwarze Jahre für Deutschland: Ausgrenzung, Ermordung, Krieg, Zerstörung...
Und nein, es gehört nicht zur Demokratie, dass wir diese Worte und Rufe auf der Straße zulassen.
In der Weimarer Republik verharrten Militaristen und Kriegstreiber als Erben des Kaiserreichs insbesondere innerhalb der Verwaltung und des Militärs. Die Demokraten haben das verkannt.  
Die Folgen: Militärputsch bzw. Staatsstreich, so zum Beispiel im März 1920.  Und ab 1933 wehte endgültig ein ganz anderer Wind durch Deutschlands Straßen.
Auch ich und meine Kinder haben einen Migrationshintergrund, wie es so schön heißt. Die Hugenotten in meiner Familie fanden in Berlin eine Heimat. Auch meine russische Großmutter fand nach der Oktoberrevolution Anfang der 1920er Jahre in Deutschland eine neue Heimat.
Und nun lebe ich in einer Zeit, in der die Werte und Ideale meines Großvaters aktueller  denn je sind:
Mit vielen persönlichen Opfern gegen den Krieg und für eine demokratische Gesellsschaft einzutreten.
Als Kriegsdienstverweigerer im I.Weltkrieg inhaftiert. Als Kommunist Unterstützer der Novemberrevolution. In der NS-Zeit als Künstler Malverbot und die Kunst als entartet eingestuft. Als Antifaschist verfolgt und ins KZ verschleppt.
Das wollen wir nicht wieder haben.
Von daher ist es an der Zeit und es ist an uns, daß jeder, der die Demokratie schätzt, etwas dafür tut.

kulturmd das Stadtfernsehen mit Kultur aus Magdeburg ist und bleibt frei und unabhängig.

Am 9. Oktober vor 10 Jahren ging kulturmdTV erstmals im Kabelnetz der Region Magdeburg auf Sendung. Wir haben dieses Datum für den Sendestart bewusst gewählt. War es doch der 20. Jahrestag der Montagsdemonstration, bei der in Leipzig 70.000 Menschen friedlich für Reformen in der DDR demonstrierten.
10 Jahre Lokalfernsehen aus und für Magdeburg. In der Zeit haben wir Höhen und Tiefen erlebt. Erst hatten wir viele finanzielle Förderer, konnten täglich auf Sendung gehen. Ein buntes Programm, immer mit einer Mischung aus Kultur und regionalen Nachrichten. Inzwischen sind wir in der Realität angekommen, immer wieder liegen Steine im Weg.  Wöchentlich gibt es nun ein kompaktes Magazin: Nachrichten angereichert mit Filmen und Reportagen.
10 Jahre kulturmdTV – wir feiern still für uns. Glückwünsche aus der Wirtschaft oder Kultur, von der Stadt oder vom Land gibt es nicht. Vielleicht, weil es keinen interessiert?
Aber Ihnen liebe Zuschauer wollen wir Danke sagen, dass Sie uns all die Jahre begleitet haben.
kulturmd das Stadtfernsehen mit Kultur aus Magdeburg ist und bleibt frei und unabhängig. Wir arbeiten nach journalistischen Grundsätzen. Und so können Sie sich weiterhin auf eine kritische Berichterstattung am Puls der Zeit freuen.
Achten Sie bitte auch auf unsere Aktion „Mein Geld für kulturmd“ - jeder Euro hilft uns, den harten Weg als Sender weiter zugehen.

Kommentar vom 17.04.18

Glaubst Du, die Russen wollen Krieg, wenn sie ihre Kinder lieben? Fragte sich der Sänger Sting in den 1980er Jahren anlässlich der atomaren Bedrohung. Und Udo Linderberg quält bis heute die Frage: Wozu sind Kriege da? Herbert Grönemeyer forderte in der selben Zeit: Kinder an die Macht. Ein Mensch braucht ein Dach über dem Kopf, Essen, Trinken und Wärme. Zum Familienglück gehört Kinderlachen. Was er nicht braucht ist Krieg. Als ich damals Ende 1980er zu den Grenztruppen eingezogen wurde, konnte ich durch geschicktes Verhandeln das Tragen einer Waffe verhindern. Zum Ende der DDR wollte ich nur noch weg von der Truppe, habe auch einen Zivildienstantrag gestellt. Nach der Vereinigung Deutschlands, pünktlich zum Beginn des Irakkrieges tauchte dieser wieder auf im Rahmen einer Mobilmachung für die Bundeswehr. Jetzt bin ich anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Da bin ich auch stolz drauf. Nein, ich brauche und will keinen Krieg. Meine Waffe ist die Musik. Unsere Kinder sind jetzt junge Erwachsene. Alle Eltern wünschen sich, das die Kinder erfolgreich ins Leben starten können. Sie sollen in die Welt reisen und wieder nach Hause kommen und glücklich sein „Keine Mutter will ihre Kinder verliern und keine Frau ihren Mann“ Da sitzt nun im weißen Haus ein unberechenbarer Greis. In Russland rasseln die Säbel. Und in Nordkorea spielt man aggressiv mit Atomwaffen herum, als wären es Feuerwerkskörper. Die Syrer fragt keiner, ob sie sich Bomben von Assad und Panzer aus der Türkei wünschen. Ihr Kriegstreiber geht nach hause und lasst die Welt in Frieden. Nein, ich will keinen Krieg.

„Der Anschlag von Halle zeigt: der Radikalisierung der Sprache folgt irgendwann die Radikalisierung der Taten.“

„Stehen wir kurz vor einem rechten Umbruch? Die rechte Terrorgefahr war nie größer.“, stellte ich in meinem Kommentar im Juni zum Mord an den Politiker Walter Lübke fest. Nun wenige Monate später wieder ein Anschlag auf unsere Demokratie. Rechte Gewalt entlädt sich in Halle – diesmal sind  eine Synagoge und ein Döner-Imbiss das Ziel. Schnell sind die Bilder von den NSU-Morden wieder im Kopf.


Die Worte von Bundesaußenminister Heiko Maaß sollten uns aufrütteln und mahnen: „Ich bin es leid, immer wieder entsetzt und erschüttert sein zu müssen. Wann hört das auf? Warum geschieht das in unserem Land? Unserem Land!“
Unser Land – vor 30 Jahren ging wir in der DDR für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie auf die Straße. Ohne Gewalt mit Kerzen und Worten forderten wir das ein, was eigentlich selbstverständlich sein sollte in der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR.


Und jetzt leben wir in einem Land, in dem es nicht nur die klassischen Neonazis gibt, das Netzwerk der Neuen Rechten bestimmt immer mehr unser tägliches Leben. „Der Anschlag von Halle zeigt: der Radikalisierung der Sprache folgt irgendwann die Radikalisierung der Taten.“ so der Politiker Sigmar Gabriel mahnend. Gerade erst zur diesjährigen Buchmesse in Leipzig traf ich den Autor Christian Fuchs, der in seiner aktuellen Denkschrift diese Entwicklung aufzeigt.


Das engmaschige Netz der Neuen Rechten nährt sich von den Burschenschaften und der Identitären Bewegung und führt zur AfD als „Gravitations-zentrum der Strömung“ wie es, die Autoren nennen.
Und es ist leider so, die Identitäre Bewegung hat ihr Zentrum in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt. Dem müssen wir uns einfach stellen. Nun ist es die Aufgabe jedes Einzelnen, entschieden dagegen etwas zu tun.
Und „Wir müssen uns geschlossen jeder Form von Antisemitismus entgegenstellen", wie  Regierungssprecher Steffen Seibert forderte.

Kommentar 06.02.18
Aus der Bahn geworfen… angekommen im neuen Jahr 2018

Aus der Bahn geworfen trudelten wir in die letzten Monate des Jahres 2017. Voller Energie, doch dann ausgebremst. Mal schnell den Sender technisch umstellen, großer Umzug. Und dann noch von heut auf morgen auf HD umstellen. Gut das, der langjährige Sponsor des Senders zum Jahresstart 2018 die nötige Sicherheit gibt. Doch dann angekommen im Januar 2018, alles auf Anfang, keine finanzielle Unterstützung wie sonst, Aufträge noch nicht bestätigt. Aufgerappelt „Und sie versuchen’s immer wieder. Sorry, das bin ich nicht, nicht in diesem Leben. Nein, nein, nein. Und ich werde mich nicht ändern, werd kein anderer mehr sein. Ich habe tausend Pläne, der von euch ist nicht dabei.“ - so Udo Lindenberg treffend in seinem Lied „Plan B“. Jetzt angekommen im Jahr 2018: Start mit einer neuen Webseite, kulturmd als Magazin. Regionale Bücher, Konzerte, Reportagen und Interviews – das ist unser Programm für die kommenden Monate. „Wir sind ein eingeschworenes Team, darauf kommt’s an. Wir gehen Wege, die kein andrer gehen kann wie’n Pionier, wie’n Astronaut. Wir gehen dahin, wohin sich sonst kein andrer traut. So wie der Sturm, so wie die Flut nichts hält uns auf, wir sind ein Blut.“
einblenden: Stärker als die Zeit, Udo Lindenberg. Salka Schallenberg

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