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 „Das Leben bei uns zu Hause war einfach und nüchtern. Der Alltag mit seinen kleinen und großen Sorgen lastete auf allen.“ sagte später Otto Nagel über seine Kindheit und Jugend.

Geboren 1894 als der Jüngste von fünf Jungen. Ein echter Weddinger. Hier endete Berlin, Felder und das Dorf Reinickendorf nur wenige Schritte entfernt. Eine kleine 2-Zimmerwohnung im Quergebäude einer Mietskaserne, hier lebte die Familie Nagel. Parterre, Küche und „Berliner Stube“, dahinter die Werkstatt des Vaters Carl Friedrich. Es roch überall nach Leim und Holz. Der Kommodentischler, als „Vater Nagel“ im Wedding bekannt, trug eine blaue Schürze und „Latschen“ an den Füßen. Hatte der Vater gute Laune, sang er bei der Arbeit, frei umherfliegende Rotkehlchen zirpten mit.

Der junge Nagel trug irgendwelche phantasievollen Sachen, ein Mittelding zwischen Jackett und Nachthemd, aber es kleidete ihn, erinnerte sich seine spätere Frau Walentina. Mutter Nagel erzählte Walentina, dass sie einmal Otto ein altes gestreiftes Flanellkleid gab. Eine Genossin nähte daraus ein Hemd. Oder auch eine Art Jacke, aber es war von seiner Mutter, darauf war Nagel besonders stolz.

Abends saß er mit seiner Mutter im „Lausepark“ - dort entstand 1905 eine Zeichnung von Heinrich  Zille – später versah er es mit der Unterschrift „Otto Nagels Heimat“.
 
Als Otto die Masern hatte, bekam er seinen ersten Tuschkasten. Der Vater schnitzte seinem Jungen einen kleinen Specht, sein einziges Spielzeug. Otto bemalte den kleinen Specht mit seinen Farben. Der Vogel aus Holz blieb ihm ein Leben lang ein Talismann.

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