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Als Enkeltochter von Otto Nagel unterstütze ich gern die Aktivitäten des „Initiativkreises Otto Nagel 125“.  Nach all den Jahren, in denen er als Künstler immer mehr in Vergessenheit geriet, ist es eine Chance, Otto Nagel auch als Kulturpolitiker ins rechte Licht zu rücken.

Projekt: Annäherung an den Großvater Otto Nagel



Auf publizistische Weise möchte ich mich auf verschiedenen Ebenen Otto Nagel nähern.

1. persönlich

Meinen Großvater Otto Nagel konnte ich nicht mehr kennen lernen. Mit meinen Eltern lebte ich, wie meine Großeltern, in Berlin-Biesdorf. In dem Wohnhaus meiner russischen Großmutter Walentina Nagel war ich bis zu ihrem Tod 1983 sehr oft. Hier kam ich Otto Nagel näher. In seinem Atelier war er als Künstler für mich immer präsent. Diese Erinnerungen sind bis heute ein wichtiger Teil meines Lebens.

2. als Künstler und Kulturpolitiker in verschiedenen Epochen des 20. Jahrhunderts

Die gesellschaftspolitischen Kontexte – Weimarer Republik, NS-Zeit, DDR – sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere die zahlreichen Freundschaften zu Künstlern und anderen gesellschaftlichen Akteuren spiegeln sein Wirken wider.

3. die Zeit in der DDR bis zu seinem Tod 1967, als Präsident der Akademie der Künste

Im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Otto Nagel - Berliner Stadtlandschaften, Porträts und Dokumente“ im Mitte Museum am 27. März 2008 gab es einen interessanten Vortrag. Die Kunsthistorikerin
Beatrice Vierneisel stellte unter dem Titel „Otto Nagel und die Akademie der Künste“ den Konflikt Otto Nagels mit der Kulturpolitik der SED vor dem Hintergrund der Formalismusdebatte heraus. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Akademie der Künste und dem Freundeskreis Otto Nagel e.V. .
Zum 50. Todestag von Otto Nagel 2017 hielt  Wolfgang Brauer, Vorsitzender des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf, im Rahmen einer Veranstaltung im Schloss Biesdorf einen Vortrag unter dem Titel „Hochgeehrt und kaltgestellt. Otto Nagels Biesdorfer Jahre“.  Auch in diesem kommt wieder das angespannte Verhältnis Otto Nagels zur Kulturpolitik der DDR zur Sprache.

Dies, und meine persönlichen Erlebnisse in meiner Kindheit im Haus meiner Großmutter Walentina Nagel und nach ihrem Tod, bewogen mich, diese Zeit zu erforschen. In Kooperation mit der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur versuche ich das Zusammenspiel zwischen den Kulturfunktionären der DDR und Otto Nagel bzw. seinem künstlerischen Erbe zu ergründen. Im besonderen Maße will ich die unmittelbare negative Einflussnahme auf die Familie Schallenberg-Nagel durch die DDR-Funktionäre analysieren.

Hintergrund:

Salka-Valka Schallenberg

geb. 1972 als 3. Enkelkind von Otto und Walentina Nagel
bis Februar 1986 Wohnort in Berlin-Biesdorf, 1986-1990 mit den Eltern in Kuwalk lebend,
seit 1990 Magdeburgerin
Journalistin, Autorin regionaler Literatur (Sachsen-Anhalt), TV-Moderatorin für kulturmd Stadtfernsehen Magdeburg



Otto Nagel

nach 1945 bis zu seinem Tod 1967
- nach Kriegsende maßgeblich am kulturpolitischen Aufbau der DDR beteiligt
- stellvertretender Landesvorsitzender (später Vorsitzender) des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands in Brandenburg
- 1950-1952 Erster Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler
- 1956 bis 1962 Präsident der Akademie der Künste Ost
- hielt auch in der DDR an einer gesamtdeutschen Kultur fest (über den Kulturbund und über Westberliner Akademie der Künste)
- Konflikt mit der Kulturpolitik der SED (1950er Jahre Formalismusdebatte)
- 1962 aus seinem Amt als Präsident der Akademie der Künste verdrängt
- 1965 protestierte mit Bildern gegen den Abriss der alten Häuser des Fischerkiezes zugunsten von Neubauten


Otto Nagel - der proletarisch-revolutionäre Künstler der DDR (in der DDR offiziell so bezeichnet)

- seit 1970 Ehrenbürger von Berlin
- 1973 Eröffnung Otto-Nagel-Haus für seinen künstlerischen Nachlass (durch meine Eltern bis 1978 geführt)
- 1980er Jahre Erweiterung Otto-Nagel-Haus für „proletarische und antifaschistische Kunst der DDR“

aktuelle Rezeption zu Otto Nagel

- 2008 die Ausstellung „Otto Nagel - Berliner Stadtlandschaften, Porträts und Dokumente“ im Mitte Museum Berlin (in Bezug auf das Archiv, dass sich seit 2007 bei der Akademie der Künste befindet)
- 2010 Ausstellung „Die verlorene Stadt“ Käthe-Kollwitz-Museum Berlin
- 2012 Ausstellung „Otto Nagel (1894–1967). Orte – Menschen, Schloss Berlin-Biesdorf

In der Ausstellung waren Ölbilder und Pastelle des Künstlers aus der Kunstsammlung der Akademie
zu sehen, die mit der freundlichen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung
restauriert werden konnten.

Teilnahme an Ausstellungen

- 2017 „Käthe Kollwitz und ihre Freunde“ Sonderausstellung des Käthe Kollwitz Museum, Berlin aus Anlass
des 150. Geburtstages der Künstlerin
- 2017/18 „Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen“, Frankfurt am Main, Schirn Kunsthalle
- 2017/18 „Berlin 1937 – im Schatten von morgen“ Märkisches Museum Berlin
- 2018  „Die Schönheit der großen Stadt, Berliner Bilder von Gaertner bis Fetting“ Stadtmuseum Berlin, Museum Ephraim-Palais
- 2018 „Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“ , Bröhan-Museum Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus, ab Herbst 2019 im Käthe Kollwitz Museum Köln
- 2018/19 „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018“, Kunsthalle Mannheim
- 2018/19 „Freiheit, Die Kunst der Novembergruppe 1918–1935“, Berlinische Galerie Museum für moderne Kunst

Kontakt:

Gern stehe ich für Fragen zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Telefon 0391/81909690


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weltoffen

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Frankreich näher sein … neue Mediathek Institut français

31.01.19. Deutschland und Frankreich verbindet eine lange Freundschaft. Vor 56 Jahren beschloß man diese mit dem Elysée-Vertrag. Vor wenigen Tagen bekräftigte  man das Bestreben nach Freundschaft und guter Nachbarschaft erneut durch den Vertrag von Aachen. Im Rahmen der deutschland- und frankreichweiten Feierlichkeiten eröffnete nun in der Stadtbibliothek die Mediathek Institut français.

Auf 40 m² werden Medien in französischer Sprache angeboten: Zeitgenössische und klassische Literatur, Bücher in leichter Sprache, Comics, Kinderbücher, Bilderbücher, Hörbücher, CDs, DVDs, Sprachlernhilfen, aktuelle Presse, Actionbound-Angebote für Schulklassen.

Regelmäßig gibt es neue Buchempfehlungen zu ausgewählten Themen, Ausstellungen und Veranstaltungen des Institut français.

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Neuer Jüdischer Friedhof geweiht

Ein Zeichen für Heimat

12.09.18. Wie man weißt wurde die Synagoge in Magdeburg durch die Nazionalsozialisten zerstört und die jüdischen Menschen nach Auschwitz deportiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebten von ehemals 2000 noch ca. 200 jüdische Menschen in der Stadt. Inzwischen erinnern über 400 Stoplersteine an jüdische Mitmenschen. Seit langem machen die Wochen der jüdischen Kultur eben diese sichtbar. Straßen tragen Namen jüdischer Menschen wie etwa Otto Schlein oder Naomi Rubel. Nun konnte die jüdische Gemeinde einen neuen Friedhof in Magdeburg weihen. Ein Zeichen für Heimat.
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Zweiheimisch-Diwan

Live-Vernissage eines Orient-Wiki für Magdeburg / Interkulturprojekte aus Magdeburg präsentieren Lyrik, Kalligrafie zum Mitmachen, Musik, Bücher

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Vor 30 Jahren wurde die D-Mark das alleinige Zahlungsmittel in der DDR

In dem Buch Wendezeit und Neubeginn. Geht es auch darum.

Mit diesen Film wollen daran erinnern. 

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Daniel Weißbrodt stellt Zukunftsvision in der Stadtbibliothek vor

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Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022 - 2050

 

Bedingungsloses Grundeinkommenn für alle als Alternative zum bisherigen Sozialstaat wird nicht nur in Deutschland seit vielen Jahren diskutiert, zumal es unsicher erscheint, ob auch in Zukunft noch ausreichend Arbeitsplätze vorhanden sein werden. Daniel Weißbrodt entwirft in seinem Roman den Weg zu einer Gesellschaft, in der jeder ohne Voraussetzungen die Mittel zu einem auskömmlichen Leben bezieht.

Wir trafen den Autor kurz vor seiner Lesung in der Stadtbibliothek zum Gespräch

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Neue Gräben zwischen Ost und West?

Wiederaufkeimendes „Wessi-Bashing“ auf der einen Seite, dezentes Desinteresse auf der anderen: Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls erscheinen die innerdeutschen Verhältnisse alles andere als harmonisch. Vor diesem Hintergrund war der Bürgerrechtler und Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagen Roland Jahn am Mittwoch, 16. Oktober, zu einem öffentlichen Gespräch mit dem Journalisten Bastian Wierzioch unter der Überschrift „30 Jahre nach der friedlichen Revolution: Neue Gräben zwischen Ost und West?“ um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Magdeburg zu Gast.

 

Wir sprachen mit Roland Jahn im Vorfeld der Veranstaltung.

Länge ca. 17 min

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