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Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 bricht für die Nagels eine schwere Zeit an. Politische Verfolgung, Hausdurchsuchungen, Vernichtung seiner Werke durch die SA und GeStaPo.

Nagel schreibt dazu: „Die paar Mark, die ich hatte waren bald verzehrt und eine Tages saß ich wieder wie in früheren Zeiten auf der Stempelstelle und lebte mit meiner Familie von den 17 Mark Arbeitslosenunterstützung die Woche. Ich war isoliert und innerlich völlig aufgewühlt. Es entstanden damals nur wenige Bilder. Das Selbstbildnis von 1933, das sitzende Mädchen aus dem gleichen Jahr und noch ein paar Ölbilder, die in der gleichen Art gemalt sind.“ Kleine Auftragsarbeiten für Freunde und Bekannte. Blumenstücke helfen bis  ca. 1940 über die schwere Zeit.


„Berlin wird ab heute mein Freiluftatelier“ sagt Otto Nagel als er 1934 ein offizielles Malverbot im Atelier und von sozialkritischen Bildern erhält. Straßen, Plätze und Höfe der Berliner Arbeiterbezirke sind die Motive seiner Pastelle. Selbstbildnisse, Kinderbildnisse und Portraits seiner Frau entstehen. Tochter Sybille schreibt Jahre später in einem Artikel, gehalten als Zwiesprache mit ihrem Vater: „Eingeengt durch das Malverbot hinsichtlich der sozialkritischen Themen ist es vor allem die Selbstdarstellung, die Dich trotz allem in der künstlerischen Betätigung Erfüllung finden lässt. Deine Gesichtszüge zeigen Haltung, Entsetzen, Trotz und Verbitterung."

1935 beziehen die Nagels eine Wohnung am Bahnhof Gesundbrunnen, das Atelier erstmals mit einem Fenster. Malen konnte Otto Nagel hier nur wenig. Die GeStaPo kam immer wieder zu Hausdurchsuchungen, zerschlug vieles, zerstörte Bilder, Inhaftierungen. Trotzdem gab es Atelierausstellungen und bis 1941 eine private Malschule. Und schließlich kommt Nagel in das KZ Sachsenhausen. Wieder zu hause entsteht das ‚Selbstbildnis zwei Stunden nach der Entlassung aus dem KZ‘. Der aufrechte Künstler Otto Nagel schaut den Betrachter selbstbewusst und mit ungebrochener politischer Haltung an. Das, obwohl er innerlich ein zerrütteter Mensch ist, wie ein Foto zeigt, was zeitgleich aufgenommen wurde. 27 Werke Nagels aus dem privaten und öffentlichen Raum fallen der Aktion ‚entartete Kunst zum Opfer, u.a. ‚Meine Mutter im Altersheim‘, ‚Arbeiterbrautpaar‘ und Arbeitsnachweis.

1937 bis 1941 immer wieder Flucht. Die Nagels tauchen bei freunden zeitweilig unter. Im Spreewald, in Vitt auf Rügen und Kitzbühl, Tirol. Käthe Kollwitz, Ernst Bethge, der Arzt Dr. Curt Liebknecht, ein Bruder des ermordeten Karl Liebknecht, und Adolf Behne gehörten zu dem kleinen Kreis, der zu ihm hielt.

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weltoffen

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Frankreich näher sein … neue Mediathek Institut français

31.01.19. Deutschland und Frankreich verbindet eine lange Freundschaft. Vor 56 Jahren beschloß man diese mit dem Elysée-Vertrag. Vor wenigen Tagen bekräftigte  man das Bestreben nach Freundschaft und guter Nachbarschaft erneut durch den Vertrag von Aachen. Im Rahmen der deutschland- und frankreichweiten Feierlichkeiten eröffnete nun in der Stadtbibliothek die Mediathek Institut français.

Auf 40 m² werden Medien in französischer Sprache angeboten: Zeitgenössische und klassische Literatur, Bücher in leichter Sprache, Comics, Kinderbücher, Bilderbücher, Hörbücher, CDs, DVDs, Sprachlernhilfen, aktuelle Presse, Actionbound-Angebote für Schulklassen.

Regelmäßig gibt es neue Buchempfehlungen zu ausgewählten Themen, Ausstellungen und Veranstaltungen des Institut français.

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17. CSD in Magdeburg

Zwei Wochen Programm mit 30 Veranstaltungen

Das Motto: pausenlos Bunt Damit setzt die LSBTI* Community Magdeburgs auf Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Sexuelle Vielfalt gilt als Selbstverständlichkeit, die akzeptiert wird - Diskriminierung darf keinerlei Raum bekommen. Das Motto steht besonders als Zeichen der dauerhaften Sichtbarkeit und soll zum Ausdruck bringen, dass man sich zu keinem Zeitpunkt  verstecken sollte.
Es sei viel erreicht worden. Die Ehe für alle - eine sehr große Errugnenschaft.
Dennoch sei der CSD mit der öffentlichen Demonstration auch in Magdeburg noch immer nötig, so lange es Diskriminierungen und Beschimpfungen gebe. Es gehe auch darum, erkämpfte Rechte zu verteidigen.


Der CSD fordert u. a. ein Benachteiligungsverbot wegen sexueller und geschlechtlicher Indentität. Dieses soll bis zum Frühjahr 2019 in der Landesverfassungvon Sachsen-Anhalt verankert werden. 2016 hatten die Regierungsparteien CDU, SPD und Grüne im Koalitionsvertrag die Aufnahme der Merkmals in Artikel 7 Absatz 3 der Landesverfassung zugesagt. 
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Zweiheimisch-Diwan

Live-Vernissage eines Orient-Wiki für Magdeburg / Interkulturprojekte aus Magdeburg präsentieren Lyrik, Kalligrafie zum Mitmachen, Musik, Bücher


Unter dem Titel „Zweiheimisch-Diwan“ luden Magdeburger Interkulturprojekte zum Mitmachen und Feiern ins EineWeltHaus in der Schellingstraße ein. Der „Orient-Wiki für Magdeburg“ sammelt und gestaltet in Zukunft interkulturelle Geschichten und Biografien zwischen Ankommen, Weggehen und Hierbleiben, von Magdeburg bis Indien, von Tatarstan bis in die Börde. Die neue Zweiheimisch-Bibliothek Magdeburg des ICATAT e.V. beherbergt die größte Sammlung tatarischer Bücher  mit etwa 4000 Exemplaren. Darüber hinaus finden sich dort einige tausend Bücher in über einem Dutzend Sprachen.

für Demokratie

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Rezension 1989 Lieder unserer Heimat.

Der Almanach zum Lebensgefühl der Aufwachsenden.


„1989 Lieder unserer Heimat. Der Almanach zum Lebensgefühl der Aufwachsenden“, so der neugierig machende Titel eines aktuellen Buchs aus dem Verlag „Glücklicher Montag“ in Leipzig.
Die DDR ist heutigen Jugendlichen nur noch aus Erzählungen oder über Geschichtsbücher zugänglich. Für viele Ostdeutsche ist die untergegangene DDR noch heute ein Lebensgefühl, vererbt durch die Familie. Ein Großteil der Jugendlichen aus den westlichen Ländern weiß dazu kaum etwas. Den meisten ist jedoch die SED-Diktatur ein Begriff.

Der Almanach spiegelt Erinnerungen von den damals jungen Menschen in der DDR wider. Die Vielfalt  der Themen vermittelt einen prägnanten Einblick in das Alltagsleben in dem mit Staatsgrenze abgeschirmten Land.
Themen wie Schule, Abitur, Studium, Umwelt, Freizeit, Frauenrechte, Scheidung, Sport, Kunst und Musik stehen gleichberechtigt neben einander. Der Wehrdienst in der DDR wird in Zusammenhang mit dem Schießbefehl an der Innerdeutschen Grenze gebracht.
In kurzen leicht verständlichen Texten kann sich die Leserschaft sehr gut in das Thema DDR einfühlen. Unterbrochen durch Illustrationen und Liedtexten des Leipziger Cartoonisten und Trickfilmers Schwarwel.
„Der Klub der Intelligenz“, ein witzige Umschreibung für ein Glossar, erklärt wichtige Begriffe aus dem DDR-Alltag.
Die meisten Texte sind eindeutig aus Sicht der Opfer von SED und Stasi geschrieben. Trotz allem gab es  auch ein ganz normales Leben. Genau das, versucht dieses Buch gleichermaßen darzustellen.

Darüber hinaus wird ein Blick auf die friedliche Revolution im Herbst 1989 geworfen. Ebenso bedeutend die Zeit nach dem Ende der DDR: Hier das rote Tuch Treuhand und deren Folgen für Millionen Ostdeutsche. Und der Umbruch, ein Gefühlsrausch zwischen Glück über die Freiheit und Existenzangst gleichermaßen. Das heutige Lebensgefühl wird von dieser Erfahrung mitbestimmt.
Ein Buch zum immer wieder durchblättern, reinlesen und innehalten.

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20 Jahre Miteinander e.V.

Im Mai 1999 hat sich Miteinander e. V. als Träger zivilgesellschaftlicher Arbeit für Demokratie und gegen Rechtsextremismus gegründet. Seitdem vernetzt er zivilgesellschaftliche Initiativen, berät demokratische Akteure und Akteurinnen, unterstützt Opfer rechter Gewalt, bildet Fachkräfte fort und informiert die Öffentlichkeit über Entwicklungen in den Themenfeldern der Vereinsarbeit.

Das passt nicht jedem. So ist der Verein Miteinander e.V. erklärter Feind  der AfD.

20 Jahre Miteinander e. V. – das sind 20 Jahre Engagement und Kompetenz
für eine offene und demokratische Gesellschaft.

 

 

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Daniel Weißbrodt stellt Zukunftsvision in der Stadtbibliothek vor

Bedingungsloses Grundeinkommen im Jahr 2050

Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022 - 2050

 

Bedingungsloses Grundeinkommenn für alle als Alternative zum bisherigen Sozialstaat wird nicht nur in Deutschland seit vielen Jahren diskutiert, zumal es unsicher erscheint, ob auch in Zukunft noch ausreichend Arbeitsplätze vorhanden sein werden. Daniel Weißbrodt entwirft in seinem Roman den Weg zu einer Gesellschaft, in der jeder ohne Voraussetzungen die Mittel zu einem auskömmlichen Leben bezieht.

Wir trafen den Autor kurz vor seiner Lesung in der Stadtbibliothek zum Gespräch

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